POLITIK
Absage des Familienministeriums in Mainz

Keine Fördermittel für Waldjugendherberge Sargenroth

Jugendherberge in Sargenroth
Foto: Dirk Eikhorst Die lokale Politik will für den Erhalt der Jugendherberge in Sargenroth Geld lockermachen – aber Hilfe aus Mainz soll nicht kommen

Seit Anfang 2020 liegt die Jugendherberge in Sargenroth im Dämmerschlaf – wegen der Corona-Pandemie wurden die Pforten geschlossen. Während andere Einrichtung am 2. Juni wieder öffnen, ist in Sargenroth eine Komplettsanierung nötig, um der Jugendherberge neues Leben einzuhauchen. Kostenpunkt: sechs Millionen Euro!

Während der Rhein-Hunsrück-Kreis und die Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen jeweils 500 000 Euro für die Baumaßnahme zugesagt haben, hat das Jugendherbergswerk seinen Willen zur Sanierung bekräftigt. Nur: Ohne weitere Finanzspritzen vom Land sei dies nicht stemmbar. Aus Mainz kam jetzt eine Absage an diese Forderung.

Aus dem Existenzsicherungsprogramm des Ministeriums für Familien waren im vergangenen Jahr 44 100 Euro für die Jugendherberge Sargenroth geflossen. Insgesamt hatte das Ministerium 4,8 Millionen Euro für die 38 Jugendherbergen als nicht rückzahlbaren Zuschuss bereitgestellt. Auch der Bund hatte ein eigenes Förderprogramm aufgelegt.

„Neben diesen Fördermitteln sind keine weiteren Mittel für Sanierungen von Jugendherbergen im Landeshaushalt veranschlagt oder für den nächsten Haushalt geplant“, erklärte Stefanie Dorsch, die Sprecherin des Ministeriums, gegenüber Hunsrück News.

Dorsch betont, dass dies auch schon in zwei Briefen sowohl Landrat Marlon Bröhr als auch Gerd Martin, dem Ortsbürgermeister von Sargenroth, mitgeteilt worden sei.

Schwimmbad der Jugendherberge in Sargenroth
Foto: Dirk Eikhorst Allein das Schwimmbad der Jugendherberge ist in einem desolaten Zustand

Jacob Geditz, der Vorstandsvorsitzende der Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und im Saarland, hat diese Information anscheinend noch nicht erhalten. Er sagte Hunsrück News vor wenigen Tagen, das Herbergswerk sei „weiter bereit, sich zu engagieren“, nur sei eine Öffnung der Jugendherberge in Sargenroth nur dann realistisch, wenn diese zuvor grundlegend generalsaniert werde.

Aber: „Dafür fehlt es nach wie vor an Geld“, sagte Geditz. Er äußerte die Hoffnung, dass „wenn die neue Landesregierung sich etabliert hat“, einen neuen Anlauf für entsprechende Gespräche geben könnte. In seinen Augen sollte die Landesregierung rund 50 Prozent der fehlenden fünf Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Das Jugendherbergswerk müsste dann rund 2,5 Millionen Euro für die Sanierung der Jugendherberge, deren Geschäft mit rund 20 000 Übernachtungen im Jahr 2019 eigentlich hervorragend lief, aufbringen. „Das wäre ein großer Brocken, aber das könnte gehen“, sagte der Jugendherbergsvorstand mit Blick auf die eigenen Finanzmittel.


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Nach der Absage aus dem Mainzer Ministerium wird sich Geditz jetzt um einen anderen Plan kümmern müssen: den Verkauf des Objektes. Zu welchem Preis dieses auf dem Markt kommen könnte, darüber „haben wir uns wegen der laufenden Gespräche noch keine Gedanken gemacht“.

Währenddessen läuft weiter eine Petition zum Erhalt der Waldjugendherberge Sargenroth, die der Kreisjugendring Rhein-Hunsrück e.V auf den Weg gebracht hatte. „Wenn wir schon einem lebenswerten Hunsrück sprechen, ist dies unverrückbar mit jungen, wissbegierigen, fröhlichen und zufriedenen Kindern und Jugendlichen verbunden. Somit auch mit der Waldjugendherberge in Sargenroth“, schreiben die Initiatoren. Rund 1000 Unterstützer hat die Petition schon, die wichtigste Unterstützung wurde aus Mainz jetzt aber versagt.

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