POLITIK
Bauausschusssitzung in Boppard

Dr. Bersch: Freibad soll zu den Sommerferien öffnen

Bauausschuss Boppard Freibad
Foto: Dirk Eikhorst/Stadt Boppard Der Bürgermeister ist zuversichtlich, dass das Freibad am 19. Juli geöffnet werden kann

Eigentlich sollte die Freibadsaison in Boppard schon in wenigen Wochen starten – aber auf der Baustelle am Michelbach stehen noch immer die Bagger. Wieder hat es unerwartete Probleme gegeben: Die Wände des 50-Meter-Beckens sind schief. Bedeutet: mehr Kosten, längere Bauzeit!

„Nachdem die Fliesen an den Becken entfernt waren, wurde eine Betonsanierung durchgeführt. Am 25. November 2020 hat ein Vermessungsbüro vor Ort detailliert die Abweichungen der Fluchten der Beckenwände aufgenommen“, heißt es in der Beschlussvorlage des Bauauschusses.


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Jetzt solle zum Ausgleich der Unebenheit eine Wandschalung vor die Seitenwände gesetzt werden – bis zu acht Zentimeter werde diese auf beiden Längsseiten dick sein, erklärte Bauamtsleiterin Angela Wolf. Diese Variante sei die kostengünstigste und am schnellsten durchführbare.

Letztlich blieb dem Bauausschuss keine andere Wahl, als die Maßnahme für knapp 43 000 Euro zu bewilligen. Aber die Ausschussmitglieder sparten nicht mit Kritk an den Planern der ARGE Krieger – Monte Mare und fassten ausdrücklich die Möglichkeit von Regressansprüchen ins Auge.

Freibad Boppard
Foto: Stadt Boppard Der aktuelle Plan für das Freibad in Boppard

Aktuell liegt die rund 5,6 Millionen Euro teure Sanierung des Freibades viele Wochen hinter dem Plan und bei 13,68 höheren Kosten als geplant!

„Mir ist die Vorlage für diesen Tagesordnungspunkt fast aus der Hand gefallen“, gestand Willibald Grahs (FWG), „50 000 Euro, jedes Handy hat einen Laser, den braucht man nur einmal über die Beckenkante zu halten, dann hätte man das gewusst und hätte das in die Ausschreibung gebracht.“

Die Kandidaten
  • Kandidat Jörg Haseneier im Podcast-Interview
    Bürgermeisterwahl in Boppard

    Kandidat Jörg Haseneier im Podcast-Interview

  • Kandidat Niko Neuser im Podcast-Interview
    Bürgermeisterwahl in Boppard

    Kandidat Niko Neuser im Podcast-Interview

  • Kandidat Philipp Loringhoven im Podcast
    Bürgermeisterwahl in Boppard

    Kandidat Philipp Loringhoven im Podcast

Grahs wütend: „Das ist ein gefundenes Fressen für die ausführende Firma. Wir müssen zustimmen, es ist aber ärgerlich. Ich plädiere dafür, dem Planer zumindest hierfür das Honorar zu streichen.“ Und der FWG-Politiker ging noch einen Schritt weiter: Er vermutete, dass dort wegen der Statik eine Wand davorbetoniert werden solle.

Grünen-Ausschussmitglied Andreas Roll wollte daher wissen, ob die Maßnahme überhaupt mit einem Statiker abgestimmt worden sei: „Bevor wir hier jetzt etwas machen, was vielleicht nur Kosmetik ist!“ Angela Wolf gab den Hinweis, dass ein Statiker ja Mitglied der ARGE sei.

Niko Neuser (SPD) berichtete, dass er jede Woche auf der Baustelle sei und sich schon frage, warum das Problem nicht vorher aufgefallen sei. „Ich will unterstreichen, dass ich mit der Arbeit der Gesellschaft äußerst unzufrieden bin. Ich habe den Eindruck, dass da längst nicht alles gut läuft“, erklärte er.

Er meint, dass „da irgendetwas am Anfang schiefgelaufen ist, was jetzt ausgebessert werden muss“. Neuser hält es für zumindest überlegenswert, ob Regressansprüche geltend gemacht werden sollten. Bürgermeister Dr. Walter Bersch erklärte, man werde diese kritischen Fragen auch dem Planer stellen: „Die Schlussrechnung ist noch nicht gestellt.“

Tobias Kölzer (CDU) forderte einen Bauzeitenplan ein, um zu eruieren, welche Maßnahmen es geben könnte, um die Fertigstellung des Freibades zu beschleunigen. Bersch erklärte: „Die Sommerferien fangen am 19. Juli an, dann sollte es fertig sein.“

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