Anzeige
NEWS
Drei Anlagen sollen gebaut werden

Todenroth bald umzingelt von Windrädern?

Panorama Todenroth
Bewegen Sie das Panorama-Foto oben nach links oder rechts – mit der Maus oder den Pfeiltasten im Bild – um alle Windräder rund um Todenroth zu sehen.

Foto: Dirk Eikhorst Klicken Sie auf das Bild für eine Panorama-Ansicht

Wenn der Wind richtig steht und die Wolken tief hängen, dann lassen die Windräder wieder ihren charakteristischen Sound vernehmen – dieses ständige Wusch, wusch, wusch.

Rund 300 Windräder stehen im Kreis und nördlich der Gemeinde Todenroth sollen jetzt drei hinzukommen. Dann wäre das 74-Seelen-Dorf umzingelt von diesen Anlagen – und es wäre egal, wie der Wind steht. Bürgermeister und Ortsbeirat protestieren gegen die Windrad-Pläne.


Anzeige

Carsten Neuls steht auf einem Feld außerhalb von Todenroth und deutet mit dem Finger auf Windräder. 20 Mal zeigt der Ortsbürgermeister auf eine der über 150 Meter hohen Maschinen – und sein Blick wandert dabei von dort, wo die Sonne aufgeht, bis dahin, wo sie untergeht. Nur im Norden, da ist noch eine kleine Schneise frei.

Die Koblenzer Höhenwind will die Lücke schließen, drei Windenergieanlagen errichten – zwei in der Gemarkung Kappel, die aber auf dem Gelände des Staatsforsts gebaut werden sollen, und eines auf Rödelhausener Gemeindegrund. Dazu gibt es einen entsprechenden Antrag und die betroffenen Gemeinden wurden um Stellungnahme gebeten.

Die kleine Gemeinde Todenroth hat sich klar dagegen positioniert: „Wir sind nicht generell gegen Windräder“, sagte Neuls zu Hunsrück News, „aber irgendwann reicht es.“ Man gewöhne sich eben nicht an den Lärm der Windräder, denn je nach Wind wechsele die Tonhöhe, variiere die Lautstärke – und dann auch noch das Blinken bei Nacht: „Das sieht aus wie bei der BASF in Ludwigshafen.“

Carsten Neuls Orstbürgermeister Todenroth
Foto: Dirk Eikhorst Carsten Neuls ist der Ortsbürgermeister von Todenroth

Aber auch auf der baurechtlichen Seite gibt es Bedenken: So erläutert die Fachabteilung der Verbandsgemeinde Kirchberg, dass bei allen drei Windrädern der erforderliche Mindestabstand nicht eingehalten werde. Außerdem scheine die Berechnung der Lärmbelastung durch die bereits vorhandenen Windräder fraglich.

Zudem sieht ein Todenrother Bürger ein K.o.-Kriterium für die Windräder im Landesentwicklungsprogramm IV. Er führt in seinem Schreiben an die Verwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises an, dass die Windräder gegen das Rücksichtnahmegebot verstoßen würden, da Ortslagen nicht vollständig von solchen Anlagen eingekreist werden sollten.

Noch in dieser Woche wollen sich aber die Ortsbürgermeister von Todenroth, Kappel, Rödelhausen und Kludenbach mit Vertretern der Höhenwind treffen. Bis das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist, wird aber noch viel Wind durch das Todenrother Tal geweht sein, denn nach Auskunft des Kreises fehlen noch sämtliche Prüfungen bezüglich des Umweltschutzes.

Aktuelle News

Auch interessant
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"