POLITIK
Marlon Bröhr zeigt Sympathie

Petition gegen Todenrother Windräder an Landrat übergeben

Petition Todenroth Windräder Übergabe Landrat Bröhr
Foto: Dirk Eikhorst Todenroths Bürgermeister Carsten Neuls, seine 1. Beigeordnete Julia Zimmer und Landrat Marlon Bröhr (v.l.) bei der Übergabe der Petition

Todenroths Bürgermeister Carsten Neuls hatte einige Hoffnungen in den Termin mit Landrat Marlon Bröhr gesteckt. Mit 1800 Unterstützerunterschriften im Gepäck wollte er den Chef der Kreisverwaltung dafür sensibilisieren, dass die drei nordwestlich der 80-Seelen-Gemeinde geplanten Windräder nicht gebaut werden sollten. Bröhr zeigte Sympathien für den Einsatz des Bürgermeisters, müsste aber bekennen, dass er absolut keine Handlungsmöglichkeiten habe.

Unter dem Titel „Ortsgemeinde Todenroth und Umgebung – keine Windräder mehr“ hatte Neuls die Petition am 21. April gestartet und neben 1816 Unterstützern auch über 300 Kommentare bekommen, die allesamt deutlich machen, dass das Thema Windräder im Rhein-Hunsrück-Kreis absolut vermintes Gebiet ist. „Der Zusammenhalt und das Lachen der Dörfer wird für die Geldgier an die Investoren verkauft“, schrieb eine Kommentatorin aus Metzenhausen. Geplant sind die drei Windräder auf dem Gebiet der Gemeinde Rödelhausen und im Staatswald.

Obwohl sich Landrat Marlon Bröhr natürlich zu den geplanten Windrädern auf den neuesten Stand hatte bringen lassen und ihm klar war, dass er nicht der richtige Ansprechpartner für Bürgermeister Neuls sein würde, ließ er diesen doch sein Anliegen noch einmal detailliert vortragen.

Aber seine entscheidende Frage: „Welche Erwartungen haben Sie an die Kreisverwaltung?“ Neuls: „Im besten Fall werden die Windräder nicht gebaut, zudem sollte das Areal aus dem Flächennutzungsplan verschwinden, damit wir in drei Jahren nicht das gleiche Problem haben.“

Und: „Der Bauantrag sollte nicht genehmigt werden, sollen die doch mal klagen. Wir müssen mal den Spieß umdrehen. Viele Menschen haben den Eindruck, dass die Baubehörde eher für die Betreiber entscheidet.“

Da musste Landrat Marlon Bröhr aber bremsen: „Es gibt vom Prinzip zwei große Linien, die am Ende dazu führen, dass ein Windrad gebaut wird. Das eine ist die politische Entscheidung; wenn die getroffen ist, gibt es den Genehmigungsteil, für den dann die Kreisverwaltung zuständig ist. Und dieser Teil ist durch politische Einflussnahme unbeeinflussbar.“

„Vom Prinzip her hätten Sie diese Petition initiieren müssen, kurz bevor der Verbandsgemeinderat den Beschluss gefasst hat, dass da Flächen hinkommen“, sagte Bröhr und nutzte ein schönes Bild: „Wir beide schauen auf eine Kugel die fliegt und Sie sagen, dass dies nicht so sein sollte. Sie hätten agieren müssen, bevor die Kugel abgeschossen wurde.“

Carsten Neuls gab sich aber kämpferisch. Einerseits sieht er im Genehmigungsverfahren schon einige objektive Gründe, die gegen die Windräder sprechen: schützenswerte Vögel, nahegelegene Quellen, die Lärmemission. Dieser will er dann vorbringen, wenn es zur öffentlichen Auslegung der Planunterlagen kommt, was in etwa vier bis sechs Wochen passieren soll.

Andererseits gibt es eine Möglichkeit, die die Kugel daran hindern könnte, irgendwo einzuschlagen. Sollte der Verbandsgemeinderat Kirchberg sich dazu durchringen, noch einmal Hand an den Flächennutzungsplan zu legen, dann würde eine Änderungssperre in Kraft treten. Dann würde für ein Jahr erstmal nichts genehmigt werden können.

Jetzt will Neuls ausloten, ob ein Antrag im Verbandsgemeinderat Aussicht auf Erfolg haben könnte. Er konnte aber schon berichten, dass sich Verbandsbürgermeister Harald Rosenbaum (CDU) in der Vergangenheit nicht sehr kooperativ zu diesem Thema geäußert habe. Während seiner Amtszeit werde es keinen neuen Flächennutzungsplan geben, soll Rosenbaum gesagt haben.

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