Eine indisch-australische Forschungspartnerschaft ist der emissionsarmen Stahlproduktion einen Schritt näher gekommen, nachdem sie einen „weltweit ersten“ Versuch mit landwirtschaftlichen Abfällen im Stahlherstellungsprozess erfolgreich abgeschlossen hat.
Wissenschaftler der australischen nationalen Wissenschaftsagentur Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (CSIRO) und des Indian Institute of Science (IISc) haben gezeigt, dass Reisschalenpellets teilweise Kohle in der Stahlproduktion ersetzen können und einen potenziellen Weg zur Reduzierung der Emissionen aus einer der kohlenstoffintensivsten Industrien der Welt bieten.
Der Versuch im kommerziellen Maßstab wurde in einer von Jindal Steel and Power Limited in Odisha betriebenen Anlage in Zusammenarbeit mit RESCOS Solutions, einem Stahltechnologieunternehmen, das bei der Foundation for Science, Innovation and Development am IISc gegründet wurde, durchgeführt.
Die Forscher vermischten 5 % und 10 % Reisschalenpellets mit Kohle in kommerziellen Vergasern, die zur Herstellung von Synthesegas oder Synthesegas verwendet wurden, einem wichtigen Input im Eisenerzreduktionsprozess bei der Stahlherstellung. Der Versuch ermöglichte eine nachhaltige Produktion ohne Einbußen bei der Betriebsleistung.
Warren Flentje, leitender experimenteller Wissenschaftler am CSIRO, sagte, der Versuch habe gezeigt, dass landwirtschaftliche Abfälle eine Rolle bei der Reduzierung der Emissionen der Schwerindustrie spielen könnten. „Dieser Versuch ist eine weltweit erste Demonstration, wie landwirtschaftliche Abfälle genutzt werden können, um die Stahlproduktion in großem Maßstab zu dekarbonisieren. Durch die Beimischung von Reisschalenpellets in kommerzielle Vergaser haben wir gezeigt, dass Biomasse Kohle ohne Leistungseinbußen ersetzen kann“, sagte er.
Das Projekt ist Teil der von der australischen Regierung finanzierten India-Australia Green Steel Research Partnership und zielt darauf ab, skalierbare Lösungen zu entwickeln, die in die bestehende Stahlerzeugungsinfrastruktur integriert werden können.
Damodar Mittal, Geschäftsführer von Jindal Steel, sagte, die Zusammenarbeit sei ein wichtiger Meilenstein in den Bemühungen des Unternehmens, die Emissionen zu senken. „Durch die Integration grüner Energie und Biomasse in unsere Produktionsprozesse reduzieren wir unseren CO2-Fußabdruck und bewegen uns gleichzeitig in Richtung emissionsärmeren Stahl“, sagte er.
Der indische Stahlsektor stößt derzeit pro produzierter Tonne Stahl etwa 2,55 Tonnen Kohlendioxid aus, verglichen mit einem weltweiten Durchschnitt von etwa 1,8 Tonnen. Da das Land anstrebt, die Stahlproduktionskapazität bis 2030 auf 300 Millionen Tonnen zu erweitern, wird die Reduzierung der Emissionen des Sektors immer dringlicher.
Forscher schätzen, dass die weit verbreitete Einführung biomassebasierter Prozesse die Emissionen der indischen Stahlindustrie um bis zu 50 Prozent reduzieren könnte. Die nächste Phase des Projekts wird sich auf Versuche in kleineren regionalen Stahlwerken und die Erprobung zusätzlicher Biomassequellen konzentrieren, um die Emissionen weiter zu senken.
