Die Leichen der sechs während des anhaltenden Krieges im Iran getöteten Soldaten wurden am Samstag auf dem Luftwaffenstützpunkt Dover in Delaware in die Vereinigten Staaten zurückgebracht. US-Präsident Donald Trump war Zeuge der Rückgabe der Leichen der ersten amerikanischen Militärangehörigen, die in dem von den USA und Israel ausgelösten Konflikt getötet wurden.
Trump stand feierlich stramm auf dem Rollfeld des Luftwaffenstützpunkts, eine weiße „USA“-Mütze auf dem Kopf. Interessanterweise ähnelte die Mütze derjenigen, die er in der Nacht trug, als er den Krieg von einem provisorischen Lageraum in Mar-a-Lago aus begann. Viele wiesen darauf hin, dass die Trump-Regierung genau eine Woche später Zeuge der menschlichen Konsequenzen seiner Entscheidung wird.
Bei der Zeremonie am Samstag tauchten nacheinander sechs mit sternenübersäten Flaggen behängte silberne Kisten aus dem Rumpf eines riesigen, metallgrauen C-17-Militärfrachtflugzeugs auf. In den Koffern befanden sich Soldaten, die aus Iowa, Florida, Kalifornien, Minnesota und Nebraska stammten. Eine iranische Drohne tötete diese Militärangehörigen, als sie in Port Shuaiba in Kuwait stationiert waren.
Wer waren sie?
Die Soldaten, deren Leichen bei der Zeremonie am Samstag zurückgegeben wurden, waren Maj. Jeffrey R. O’Brien, Hauptmann Cody A. Khork, Chief Warrant Officer 3 Robert M. Marzan, Sgt. Sgt. 1. Klasse Nicole M. Amor, Sgt. Sgt. 1. Klasse Noah L. Tietjens und Sgt. Declan J. Coady. Der jüngste unter ihnen war gerade 20 Jahre alt.
Bei der Zeremonie wurden die Kisten mit ihren Leichen ein kurzes Stück über das Rollfeld getragen und behutsam in Transporter verladen. Der Oberbefehlshaber hob zum Gruß die Hand an den Kopf, während er zusah, wie die Fälle vorbeigingen. Auch US-Vizepräsident JD Vance war bei der Zeremonie anwesend, zusammen mit seinem Verteidigungsminister und Stabschef sowie vielen anderen Spitzenmitgliedern seiner Regierung.
Die Familien der gefallenen Militärangehörigen befanden sich auf der anderen Seite des Rollfeldes, geschützt vor den Blicken der Kameras. Demnach verbrachte Trump zuvor etwa eine Stunde privat mit ihnen. Während seiner ersten Amtszeit im Weißen Haus erlebte Trump die Rückkehr gefallener Militärangehöriger in mit Flaggen geschmückten Särgen nach Dover. Allerdings ehrte er damals Amerikaner, die in Kriegen starben, die er von anderen Präsidenten geerbt hatte.
Diesmal muss er sich mit den Konsequenzen seines eigenen Handelns auseinandersetzen, denn die Leichen der Soldaten kehren aus dem von ihm begonnenen Krieg zurück, der ebenfalls noch lange nicht vorbei ist.
