Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge erwägen die Vereinigten Arabischen Emirate das Einfrieren iranischer Vermögenswerte in Milliardenhöhe im Golfstaat als Teil möglicher Strafmaßnahmen gegen den Iran nach den jüngsten Angriffen im Zusammenhang mit dem eskalierenden Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Israel.
Die emiratischen Behörden erwägen finanzielle Maßnahmen, die den Zugang Teherans zu Devisen und globalen Handelskanälen während der sich verschärfenden militärischen Konfrontation erheblich einschränken könnten, heißt es in dem Bericht.
Finanzielles Durchgreifen wird erwogen
Dem Bericht zufolge prüfen Beamte in den Vereinigten Arabischen Emiraten Schritte, die vom Einfrieren von Vermögenswerten reichen, die an mit dem Iran verbundene „Schattenunternehmen“ gebunden sind, die im Land tätig sind, bis hin zu einem umfassenderen Vorgehen gegen Devisenbörsen, die zum Transfer von Geldern außerhalb des formellen Bankensystems verwendet werden.
Es wird angenommen, dass diese Börsen eine Schlüsselrolle bei der Erleichterung grenzüberschreitender Transaktionen spielen, die es iranischen Unternehmen ermöglichen, internationale Finanzbeschränkungen zu umgehen.
Wenn die VAE mit den Maßnahmen fortfahren, könnten eines der Hauptziele Finanzkonten im Zusammenhang mit dem Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) sein, einer mächtigen militärischen und wirtschaftlichen Institution im Iran, der westliche Regierungen vorwerfen, umfangreiche ausländische Finanznetzwerke zu verwalten.
Solche Maßnahmen könnten die Fähigkeit Teherans, Handelsströme aufrechtzuerhalten und Zugang zu Devisen zu erhalten, erheblich beeinträchtigen, und das zu einer Zeit, in der das Land bereits einem zunehmenden geopolitischen Druck ausgesetzt ist.
Auch maritime Maßnahmen wurden diskutiert
Dem Bericht zufolge prüfen die politischen Entscheidungsträger der Emirate auch mögliche maritime Schritte, einschließlich der Beschlagnahme iranischer Schiffe, die in regionalen Gewässern operieren.
Ein solcher Schritt würde eine deutliche Eskalation des wirtschaftlichen und maritimen Drucks auf Iran bedeuten und könnte die bereits fragilen Schifffahrtsrouten in der Golfregion weiter belasten.
Die Beratungen fanden statt, nachdem die Vereinigten Staaten und Israel am Wochenende koordinierte Militärschläge gegen den Iran gestartet hatten, was die Spannungen im Nahen Osten stark verschärfte.
Teheran reagierte mit dem Abfeuern von Raketen auf Israel und mehrere Golfstandorte, an denen sich US-Militäreinrichtungen befanden.
Zunehmende regionale Spannungen
Der Konflikt hat die Sicherheitsbedenken im gesamten Golf verschärft, wobei die Energieinfrastruktur und die Seewege als besonders gefährdet gelten.
Nach Angaben der örtlichen Behörden stieg Anfang dieser Woche Rauch aus dem Ölindustriegebiet in Fujairah auf, nachdem Trümmer eines Drohnenabfangs einen Brand verursacht hatten.
Vom Wall Street Journal zitierte Beamte sagten, die Behörden der VAE hätten den Iran privat vor den möglichen Maßnahmen gewarnt, die derzeit in Betracht gezogen werden. Es bleibt jedoch unklar, ob die emiratische Regierung letztendlich iranische Vermögenswerte einfrieren oder andere Strafmaßnahmen ergreifen wird.
Die VAE haben in der Vergangenheit trotz westlicher Sanktionen wirtschaftliche Beziehungen zum Iran aufrechterhalten, wobei Dubai als wichtiger Handelsknotenpunkt für iranische Unternehmen fungierte. Ein umfassendes finanzielles Durchgreifen würde daher angesichts der Verschärfung des regionalen Konflikts eine deutliche Änderung in der Haltung des Golfstaats gegenüber Teheran bedeuten.
Mit Inputs von Agenturen.
