Am Samstag erklärte das indische Handels- und Industrieministerium, es habe das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zu den umstrittenen gegenseitigen Zöllen, die US-Präsident Donald Trump letztes Jahr verhängt hatte, „zur Kenntnis genommen“. Das Weiße Haus erlitt am Freitag einen schweren Schlag, nachdem das höchste amerikanische Gericht die von Trump im Rahmen des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) eingeführten Zölle für „rechtswidrig“ erklärt hatte.
Während das amerikanische Gericht die gegenseitigen Zölle, die Trump gegen zahlreiche Länder, darunter auch Indien, verhängte, aufgehoben hat, bleiben mehrere andere Zölle in Kraft, die immer noch das Potenzial haben, verschiedene Sektoren der indischen Wirtschaft zu beeinträchtigen.
Kurz nach dem Gerichtsurteil kündigte Trump an, dass die USA für 150 Tage einen vorübergehenden Basiszoll von 15 Prozent erheben würden. Die Zölle auf alle Importe wurden gemäß Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 erhoben.
Allerdings gibt es immer noch Möglichkeiten, wie das jüngste Urteil des Obersten Gerichtshofs Indien Erleichterung verschaffen kann.
4 Möglichkeiten, wie das Urteil hilft
1 Befreiung von überhöhten Zöllen
Vor dem Urteil sah sich Indien mit hohen Gegenzöllen auf viele seiner in die USA exportierten Waren konfrontiert – zeitweise viel höher als die normalen Meistbegünstigungszölle (MFN). Mit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs könnte ein großer Teil der indischen Exporte, die erhöhten Zöllen ausgesetzt waren, nun auf die Standardzölle zurückgreifen oder überhaupt keinen Gegenzoll mehr zahlen müssen.
Dies bedeutet, dass indische Exporteure von Textilien, Edelsteinen und Schmuck, technischen Gütern, Konsumgütern und anderen Sektoren auf dem US-Markt preislich wettbewerbsfähiger werden und ihre Umsätze steigern könnten. Während Trump sagte, dass sich am Handelsabkommen zwischen Indien und den USA nichts geändert habe, würde das Urteil Neu-Delhi Erleichterung verschaffen.
2 Die Vorhersehbarkeit kehrt zurück
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA schränkt die Möglichkeiten des amerikanischen Präsidenten ein, einseitig umfassende Zollerhöhungen ohne klare gesetzliche Unterstützung durchzusetzen. Für Indien und andere Länder verringert sich dadurch das Risiko plötzlicher, großer Zollerhöhungen – ein großes Problem im Zollzyklus 2025–26.
Daher sind Exporteure jetzt besser auf einen Rückschlag vorbereitet, wenn dieser auf sie zukommt. Sie verfügen nun über ein stabileres Umfeld für die Planung von Produktions-, Preis- und Investitionsentscheidungen im Zusammenhang mit dem US-Markt.
3 Die Tür öffnen, um ein Handelsabkommen neu auszuhandeln
Indien und die USA einigten sich Anfang dieser Woche auf ein Handelsabkommen, das einen vorläufigen Zollrahmen beinhaltete. Da die strengeren gegenseitigen Zölle nun außer Kraft gesetzt sind, verfügt Indien über mehr Einfluss, um die Bedingungen künftiger Handelsabkommen auf der Grundlage regelbasierter Zölle und nicht auf Notfallverordnungen neu zu bewerten oder zu verfeinern.
4 Keine Panik, zu anderen Lieferanten zu wechseln
US-Unternehmen (insbesondere Krankenhäuser und Einzelhändler) müssen nun nicht mehr panisch Verträge von indischen Lieferanten abwandern – wofür sie Notfallpläne vorbereitet hatten. Dies wird wahrscheinlich eine stille, aber entscheidende Auswirkung sein.
Das Urteil des Gerichts bringt zwar keine monumentalen Änderungen mit sich. Es bringt in gewissem Maße Erleichterung für Indien und andere Nationen.
