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Nach Termin mit Gesundheitsministerin

Zukunft der Geburtsstation in Simmern weiter unsicher

Noch keine Lösung für Geburtsstation in Simmern
Foto: Kristen Prahl 505 Geburten fanden 2020 auf der Geburtsstation in Simmern statt (Symbolbild)

20 Geburtstationen in Rheinland-Pfalz wurden in den vergangenen 15 Jahren geschlossen. Die Versorgung in der Fläche wird ausgedünnt. Und der finanzielle Druck auf kleine und ländlich gelegene Kliniken wächst weiter.

Die erhoffte schnelle Lösung für die Geburtsstation der Hunsrück Klinik in Simmern wird es nicht geben: Auch nach einem Online-Meeting mit Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler sieht die Kreuznacher Diakonie keine Planungssicherheit.


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Geballte Kompetenz und Entscheidungsgewalt in einem virtuellen Konferenzraum: Die Gesundheitsministerin traf sich am Donnerstag mit Dr. Dennis Göbel, dem Vorstand Krankenhäuser und Hospize bei der Kreuznacher Diakonie, Rainer Frischmann, dem Direktor der Hunsrück Klinik sowie Chefarzt Dr. Kay Goerke, der die Geburtshilfe in Simmern leitet.

Bätzing-Lichtenthäler hatte ihren Abteilungsleiter Gesundheit, Jochen Metzner, mitgebracht. Moderiert wurde das Gespräch von Landrat Dr. Marlon Bröhr. Ebenfalls dabei waren Michael Boos (Verbandsbürgermeister), Andreas Nikolay (Bürgermeister Simmern) und Hans-Josef Bracht, der Vize-Präsident des Landtags.

Das Ergebnis: nichts Greifbares. Argumente wurden ausgetauscht, das Gespräch habe die verschiedenen Standpunkte deutlich gemacht, erklärte Klinikdirektor Frischmann. Einigkeit herrschte nur darüber, dass die derzeitige Finanzierung über Fallpauschalen nicht ausreichend sei.

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Und an diesen Fallpauschalen – derzeit etwa 3500 Euro pro Geburt – werde in absehbarer Zeit, zumindest vor der Bundestagswahl nicht gedreht, so der Eindruck der Diakonie nach dem Gespräch. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, müssten in der Klinik rund 800 Geburten pro Jahr stattfinden – 2020 waren es genau 505.

Das Gesundheitsministerium will die Förderkriterien für kleine Krankenhäuser ändern, dann würde auch die Hunsrück Klinik in den Genuss eine Sicherstellungszuschlages kommen können. „Darin sieht das Ministerium seine Aufgabe als erfüllt“, erklärte die Kreuznacher Diakonie.


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Das Problem: „Die Umsetzung selbst, nämlich ob und in welcher Höhe ein Sicherstellungszuschlag gezahlt wird, muss zwischen den Krankenkassen und uns als Träger verhandelt werden“, sagte Dr. Dennis Göbel. „Eine schnelle Lösung oder zumindest eine Planungssicherheit ist daher für uns leider nicht in Sicht.“

Hunsrück News zeigt die Karte die Schließungen von Geburtsstationen in Rheinland-Pfalz:

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