POLITIK
„Jugendparlament“ Simmern-Rheinböllen

„Wir wollen, dass sich mehr Jugendliche politisch einsetzen“

Lars Goll, Fynn Klein und Christian Galla haben den Verbandsgemeinderat für die Gründung gewinnen können

Initiatoren des Jugendparlaments Simmern-Rheinböllen
Foto: privat Die Initiatoren des Jugendparlaments Simmern-Rheinböllen: Christian Galla, Fynn Klein und Lars Goll

Lars Goll, Fynn Klein und Christian Galla haben es sich zum Ziel gesetzt, die Jugendpolitik im Hunsrück zu verändern. Sie stehen kurz davor, ein parteiübergreifendes Gremium zu errichten, das Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren offenstehen soll: ein „Jugendparlament“ in der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen, das mit der Kommunalpolitik eng zusammenarbeitet.

Die drei Jungpolitiker möchten mit ihrem Projekt interessierte Jugendliche ansprechen, die sich politisch engagieren wollen und bereit sind, sich für etwa zwei Jahre ins „Jugendparlament wählen zu lassen“. „Das Jugendparlament ist eine super Idee und wir hoffen, dass viele sich freuen, etwas beitragen zu können, und dass sich mehr Jugendliche politisch einsetzen“, sagt Fynn Klein.

Die Idee für das „Parlament“ kam den Jugendlichen bei einer Unterhaltung mit Parteifreunden aus Boppard. Dort existiert bereits ein Jugendparlament und es kam die Frage auf, warum dies in der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen noch nicht der Fall ist. Es existieren sowohl ein Seniorenbeirat als auch ein Beirat für Migration und Integration, daher sollte das gleiche nun auch für Jugendliche errichtet werden. Diesmal mit mehr Erfolg als bei den ersten Versuchen, die es vor fünf bis zehn Jahren gab.

Ziel des Jugendbeirats, der gerne auch als „Jugendparlament“ bezeichnet wird: Die Jugend im Hunsrück soll mehr gehört werden und an Entscheidungsprozessen besser mitwirken können. Nicht nur die Entscheidungen über Schwimmbäder, Jugendräume, Sportplätze und Vereine interessieren die Jugendlichen, sie möchten auch die Möglichkeit bekommen, auf kleiner Ebene einen Einblick in die Politik zu bekommen und etwas zu bewegen.

„Man kann über wichtige Themen mitentscheiden und es lohnt sich mitzureden, denn wenn man nicht versucht, sich zu beteiligen, wird man übergangen“, sagt Lars Goll. 

Themen in kommunaler Verantwortung sollen im Jugendparlament diskutiert werden, aber es soll auch um wichtige Dinge wie die Europawahlen gehen und auch Debatten mit Kandidaten sollen organisiert werden. Maßgeblich soll es kommunal bleiben – dabei aber das allgemeine Interesse für Politik gestärkt werden. 

Das Defizit in der Jugendpolitik war dem Verbandsgemeinderat bewusst, jedoch gab es in der Ratssitzung Debatten, ob das Jugendparlament auf Stadt- oder Verbandsgemeindeebene mehr Sinn ergeben würde. Vorerst soll das Jugendparlament die gesamte Verbandsgemeinde im Blick haben, da die Jugend nicht nur auf der Stadtebene organisiert ist, sondern auch im Dorfbereich. Von dieser Vernetzung könne man nur profitieren. 

Die drei Initiatoren sagen, dass die Corona-Pandemie auch die Probleme der Jugend ans Licht gebracht habe und offenbar geworden sei, dass die Politik den Einsatz und die Meinungen der Jugend brauche. Das Projekt soll bestehende Räte für die Ideen der Jugend offener machen, die Kompetenz der jungen Generation anzapfen und eine enge Zusammenarbeit mit der bestehenden Kommunalpolitik fördern. 


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Prinzipiell soll Parteizugehörigkeit keine große Rolle spielen: Es sollen Namenswahlen für die acht bis 18 Plätze im Jugendbeirat abgehalten werden, um dieses für ein weites Spektrum zu öffnen. Die Akteure hoffen durch aktive Werbung in Schulen, möglichst viele Jugendliche anzusprechen und ihnen Lust zu machen, sich zur Wahl zu stellen.

Einzige Beschränkungen: Die Interessenten müssen zwischen 14 und 20 Jahre alt sein und ihren festen Wohnsitz in der Verbandsgemeinde haben. Dies soll sowohl für Wähler als auch Kandidaten gelten. Für Interessierte soll, wenn Corona es zulässt, im Sommer eine Art Kennenlerntreffen stattfinden. Dabei soll auch ein besseres Verständnis dafür vermittelt werden, wie man sich durch das Jugendparlament kommunalpolitisch engagieren kann.

Christian Galla meint: „Das Jugendparlament ist die Chance, auch wenn man jung ist und keine Parteiverbindung hat, etwas zu tun. Der geringe Zeitaufwand ist der perfekte Weg einzusteigen und wenn man sich politisch hintangestellt fühlt, dann ist dies die Chance, etwas zu ändern.“

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