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Seniorenbeiratswahl Simmern-Rheinböllen

Willi Bohns scharfe Attacke auf „umstrittene Person“

Verbandsgemeinderat Simmern-Rheinböllen
Foto: Screenshot Verbandsgemeinderat Simmern-Rheinböllen

In der letzten Sitzung des Verbandsgemeinderates Simmern-Rheinböllen hatte es bei der Wahl des Seniorenbeirats einen kleinen Eklat gegeben: Willi Bohn von den Grünen beantragte eine geheime Wahl, weil einer der Kandidaten eine „höchst umstrittene Person“ sei. Das schlug einige Wellen.

Die Seniorenbeiratswahl stand am Donnerstagabend erneut auf der Tagesordnung – und Bohn sah sich genötigt, vorab eine Erklärung abzugeben: Er begründete seinen Antrag, sparte dabei aber nicht mit scharfen Anwürfen – und nannte die „umstrittene Person“ erstmals beim Namen.


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Der Mensch, an dem sich Willi Bohns Gemüt so erhitzt, ist Andreas Hoppe. Der war bis vor einiger Zeit selbst in der Simmerner Kommunalpolitik für die SPD aktiv. Jetzt hatte er für den Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde kandidiert und war vom Stadtrat Simmern ins Rennen geschickt worden – allerdings auch da nicht ganz reibungslos.

Während Hermann-Josef Loskill, Renate Bäcker und Jutta Rosenzweig einstimmig gewählt wurden, entfielen auf Andreas Hoppe zwei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen. Loskill zog anschließend – angeblich wegen der Aufstellung Hoppes – seine Kandidatur zurück.

Die Seniorenbeiratswahl bei der jüngsten im Internet abgehaltenen Sitzung des Verbandsgemeinderates hätte eigentlich geräuschlos vonstattengehen können, denn die drei Simmerner Kandidaten hatten sich von der Wahlliste streichen lassen.

„Nachdem ich zu diesem Punkt in der letzten Sitzung geheime Abstimmung beantragt habe, bin ich ja der böse Bube, speziell bei den zu wählenden Kandidaten des Seniorenbeirates“, sagte Willi Bohn. Dafür habe auch das Schreiben des Herrn Hoppe gesorgt, in dem dieser, geheime Abstimmungen bei Wahlen als etwas völlig Unakzeptables und für Kandidaten diskriminierend darstelle.

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Deshalb wolle er eine Erklärung abgeben, die Hunsrück News hier dokumentiert:

„Ich hatte geheime Abstimmung beantragt, weil unter den zu wählenden Kandidaten eine aus meiner Sicht umstrittene Person nominiert ist. Ich habe keinen Namen genannt. War auch nicht wirklich überrascht über das Schreiben der Simmerner Kandidaten, die sich explizit angesprochen fühlten. Jeder Hunsrücker kennt das Sprichwort: ‚Der getroffene Hund bellt‘. Es ist für mich aber immer wieder erstaunlich, wie es der Herr Hoppe schafft, andere Leute für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Wie kommt er auf die Idee, dass alle Simmerner Kandidaten gemeint sein könnten? Er wusste es doch besser.

Auch den Aufruhr im Seniorenbeirat diesbezüglich hat er geschickt inszeniert, so kennt man ihn. In der Stadt Simmern beschäftigt er sich regelmäßig mit neuen kommunalen Aufsichtsbeschwerden und belehrenden Anfragen zu banalen Sachverhalten in jeder Sitzung und belästigt oder hält damit Verwaltung und Bürgermeister in Trab.

Ratsmitglieder erhalten beleidigende Briefe, wenn sie sich negativ zu diesen Aktivitäten des Herrn äußern. Genau diese Szenerie möchte ich im Seniorenbeirat nicht haben. Unsere älteren Bürger haben bessere Vertreter verdient, als einen solchen Kandidaten.

Zu den Schreiben, die dieser zugegebenermaßen intelligente und raffinierte Intendant persönlicher Machtspielchen seit der letzten Ratssitzung losgelassen hat, möge sich jeder seine eigene Meinung bilden. Auch wenn er heute nicht zur Wahl steht, für mich ist dieser Herr nicht wählbar.“

Andreas Hoppe, der die digitale Sitzung im Livestream verfolgte, gab gegenüber Hunsrück News folgende Erklärung ab: „Es gehört sich nicht, Bürger, die nicht an der Sitzung teilnehmen, so anzugreifen.“

Nach Bohns Worten sagte Dr. Christian Klein (CDU): „In der Tat ist hier in den letzten Wochen schon viel okkupiert und ich fürchte schon einiges an Porzellan zerschlagen worden.“ Er plädierte dafür, dass „wir etwas Dampf, etwas die Emotionen herausnehmen“, denn er fürchtete, dass dies nur zulasten der Arbeit des Seniorenbeirats gehen werde.

Manfred Klaßen (SPD): „Wir sind nicht im Kommunalwahlrecht, wir sind hier beim Ehrenamt und da ist nun einmal ein Rücktritt ein Rücktritt. Man hat auch in Simmern erkannt, dass man neu aufstellen muss.“

So hat der Verbandsgemeinderat dann auch beschlossen: Die verbliebenen zwölf Kandidaten für den Seniorenbeirat wurden offen und en bloc gewählt. Die Namen und die Gemeinden, für die sie angetreten sind, ergeben sich aus der Beschlussvorlage (PDF).

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