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Zukunfts- und Sozialtarifvertrag

Vorerst 315 Jobs bei Continental Rheinböllen gesichert

Streik Conti Rheinböllen
Foto: Dirk Eikhorst Mit zahlreichen Aktionen hatte die IG Metall den Druck auf den Arbeitgeber hoch gehalten

Der unbefristete Streik bei Continental als letztes Mittel ist abgewendet: IG Metall und der Continental-Konzern haben eine Einigung im Konflikt um den geplanten, massiven Stellenabbau am Standort Rheinböllen erzielt. In den nächsten vier Jahren darf die Zahl der Beschäftigten nicht unter 315 fallen. Außerdem soll das Werk zum europäischen Kompetenz- und Produktionszentrum für autonom fahrende Transportroboter werden.

Klar ist, Continental wird einen Großteil der geplanten Stellenstreichungen durchführen können. Von den rund 650 Beschäftigten sollten nach den Plänen des Dax-Konzerns rund 400 gehen. Allerdings wird der Abbau erst mit einem zeitlichen Verzug stattfinden: Die IG Metall hat für ihre Mitglieder – in Rheinböllen sind die weitaus meisten Arbeiter organisiert – ausgehandelt, dass diese nicht vor dem 31. Dezember 2023 betriebsbedingt gekündigt werden dürfen.

Die Zahl der Beschäftigten am Standort soll bis zum 30. April 2025 nicht unter 315 fallen, danach weitere drei Jahre nicht unter 250. Continental werde ein festes Produktionsvolumen garantieren, berichtet die IG Metall, außerdem solle als Teil der Zukunftssicherung die Berufsausbildung am Standort weiterhin gefördert werden.

Der Zukunfts- und Sozialtarifvertrag sieht vor, dass in der Gewerkschaft organisierte Beschäftigte, die bis 31. Dezember 2021 einen Altersteilzeitvertrag abschließen, einen zusätzlichen Vorsorgebaustein von 5000 Euro erhalten. Danach beträgt dieser Zuschuss noch 2000 Euro. Außerdem solle eine Transfergesellschaft eingerichtet werden.

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„Der Druck der vergangenen Wochen hat das Management von Continental an den Verhandlungstisch gezwungen. Ein Kahlschlag konnte damit verhindert werden. Insofern betrachte ich die vorliegenden Eckpunkte als guten Kompromiss“, sagte Ingo Petzold, der Bevollmächtigte der IG Metall in Bad Kreuznach. Er hofft auf die Zustimmung der IG-Metall-Mitglieder, die das Verhandlungsergebnis noch absegnen müssen.

Uwe Zabel, der Verhandlungsführer der IG Metall, sah in dem Ergebnis einen „Erfolg der Solidarität“. Ohne Arbeitsniederlegungen über 24 Stunden hinweg und Warnstreiks, sagte er, hätte Continental den Standort wahrscheinlich platt gemacht: „Das haben die Metallerinnen und Metaller verhindert.“

Continental sieht in dem Verhandlungsergebnis den Startschuss für die Transformation des Standorts, die eine langfristige Perspektive bieten werde. Außerdem werde das traditionelle Bremsengeschäft um innovative mobile Transportrobotertechnologie ergänzt.

„Die Einigung schafft nun für alle Beteiligten Klarheit“, sagte Stephan Nachtmann, Standortleiter von Continental in Rheinböllen. Man könne sich nun auf die Gestaltung der Zukunft konzentrieren. „Mit dem Wandel am Standort geht gleichzeitig ein schmerzhafter Personalanpassungsprozess einher. Hierfür haben wir mit unserem Sozialpartner ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Abmilderung der Folgen vereinbart.“

Die IG Metall hatte in den vergangenen Wochen mit kurzen Warnstreiks, einem Autokorso, einem Staffellauf, einer Menschenkette und zuletzt mit einem 24-Stunden-Ausstand für den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und einen sozialverträglichen Abbau gekämpft.

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