KULTUR
Museum Boppard

Virtuelle Ausstellung für Fotofreunde

Herbert Piel: Five Days Ancient Silk Road
Herbert Piel / P!ELmedia

Ronald Reagan, Willy Brandt und Helmut Kohl, Königin Elisabeth II. und Königin Beatrix, dazu noch eine ganze Reihe von deutschen Bundespräsidenten – er hatte sie alle vor seiner Linse. Der deutsche Fotograf und Fotojournalist Herbert Piel mit dem Markenzeichen P!EL gilt als Meister der Fotoreportage. Dabei will er den Menschen ganz nahekommen. In Krisengebieten sind ihm deshalb die Menschen oft wichtiger als das dramatische Geschehen um sie herum.

Er erzählt ihre Geschichten und ihre Momente der Freude oder großer Trauer. Aber er fotografiert auch die Natur, beeindruckende Landschaften und Tiere. Selbst auf Events kann man ihn mit seiner Kamera finden. Das macht ihn zu einen der vielseitigsten Fotografen der Branche. Er wuchs in Kleve auf und lebt heute im Oberen Mittelrheintal. Aktuell arbeitet er an einem zweijährigen Projekt, das die Veränderung des Oberen Mittelrheintals im Stil alter Meister dokumentieren soll.

Beeindruckende Reise entlang der Seidenstraße

Am Sonntag eröffnete das Museum Boppard nun die virtuelle Ausstellung „Five Days Ancient Silk Road – auf den Spuren Marco Polos“ mit Arbeiten von Herbert Piel. Der virtuelle Rundgang aus dem Museum Boppard zeigt Fotos, die Herbert Piel auf einer Reise 2015 entlang der Seidenstraße geschossen hat. Zur Eröffnungsfeier übermittelte Piel online einige Grußworte von Freunden aus der Fotobranche. Zwei Musikerinnen präsentierten als Sound/Experiment drei Musikstücke, die mit ihren asiatisch anmutenden Klängen zur Ausstellung passen und sogar eigens von ihnen dafür komponiert wurden. Flöten, Klangschalen und andere typische chinesische Instrumente versetzten die Betrachter und Betrachterinnen in die Stimmung der Seidenstraße.

Nach der Eröffnungsfeier ging der virtuelle Rundgang schließlich online. Herbert Piel erklärt einige seine Bilder und die besonderen Situationen, die er während der Reise erlebt hat. So erzählt er von einem alten Ehepaar, das in seiner Lehmhütte zwar Strom und einen Laptop hatte, aber noch nie fotografiert worden war. Besonders der alte Herr tat sich damit schwer. Allerdings habe man ihn auch als willkommene Abwechslung betrachtet. In Wort und Bild beschreibt Piel immer wieder die überwältigende Freundlichkeit, die ihm auf dieser Reise begegnete. Aber auch über die Anstrengungen der Reise, zu der stundenlange Fahrten durch die Wüste Gobi gehörte, schildert er.

Herbert Piel
Herbert Piel / P!ELmediat

Der virtuelle Rundgang hat leider den Nachteil, dass das Video bestimmt, wie lange man bei einem Foto verweilen kann und ob man es aus der Nähe oder nur aus der Ferne betrachten kann. Allerdings hat man in Zeiten ohne Pandemie selten die Möglichkeit, dass ein Fotograf selbst seine Arbeiten erklärt. Und zum Glück gibt es ja die Stopptaste, wenn man als Zuschauer ein Foto genauer betrachten will. Alle Fotos der Ausstellung sind schwarz-weiß, die meisten von ihnen in einem mittleren Format. Nur einige wenige – wie großartige Landschaften – werden im Großformat präsentiert.

Der virtuelle Rundgang dauert zwölf Minuten. Er liegt – zusammen mit der 24-minütigen Eröffnungsfeier – auf der Webseite des Museums und auf YouTube. Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. Juni. Wer mehr über den Fotografen wissen möchte, kann sich auch auf seiner Webseite (http://herbert-piel.de) umschauen.

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