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CDU-MdLs fordern Ausbau im Kreis

„Versorgung mit Mobilfunk ist nicht zufriedenstellend“

Das „Tal der Ahnungslosen“ – so bezeichnete man in der DDR den Nord- und den Südosten des Landes. Dort war Westfernsehen nur schwer zu empfangen, die Menschen galten als schlecht informiert. Geht es um Mobilfunk, dann fängt dieses Tal kurz hinter Kirchberg an.

In Sohrschied hat mehr als ein Drittel der Haushalte keinen Handyempfang. Keinen – im Sinne von kein 2G, kein 3G, kein 4G. Bei keinem Anbieter. Damit ist die kleine Gemeinde der am schlechtesten mit Mobilfunk versorgte Ort im Rhein-Hunsrück-Kreis.

Die beiden Landtagsabgeordneten Katrin Wächter und Hans-Josef Bracht (CDU) haben kürzlich mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung auf die Mobilfunklöcher im Rhein-Hunsrück-Kreis hingewiesen. Jetzt kritisieren sie, dass die Landesregierung die Mobilfunkversorgung im Kreis als „überdurchschnittlich gut“ darstellt.


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Die Landtagsabgeordnete Karina Wächter fordert weiteren Ausbau
Foto: Dario Eidens-Holl / Fotostudio E Die Landtagsabgeordnete Karina Wächter fordert weiteren Ausbau

„Die Mobilfunkversorgung der Haushalte liegt leicht und die Versorgung der Kreisfläche deutlich über dem Landesdurchschnitt“, antwortete Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing auf die Anfrage.  

Katrin Wächter erklärte im Gespräch mit Hunsrück News, dass sich gerade in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz die Unternehmen Telekom, Telefonica und Vodafone manche Gemeinden aufteilen würden. „Wenn man sich die Versorgung in der Fläche anschaut, dann ist das natürlich gut, aber es sagt nichts über die Qualität der Versorgung aus“, stellte Wächter fest.

In der Tat ist es so, schaut man sich den kürzlich veröffentlichten Mobilfunk-Monitor der Bundesnetzagentur im Detail an, dass sich oberhalb von 2G (auch als GSM bezeichnet), also bei 3G und LTE, deutliche Lücken im Rhein-Hunsrück-Kreis auftun, wenn die Netze der jeweiligen Anbieter allein betrachtet.

Ein „weißer Fleck“ in der Mobilfunkkarte ist ein Gebiet, in dem keine Versorgung mit einer mobilen und breitbandigen Sprach- und Datenübertragung (3G oder besser) durch mindestens ein öffentliches Mobilfunknetz besteht, lautet die Definition der Landesregierung.

1500 neue Mobilfunkmasten haben Unternehmen bis Ende 2021 versprochen. Verzögerungen begründen die Mobilfunknetzbetreiber mit externen Einflüssen, wie zum Beispiel fehlende Vermietbereitschaft an potenziellen Standorten, fehlende Baugenehmigungen, Denkmal-, Natur- und Umweltschutz. 

„Unser Ziel ist es, überall in Rheinland-Pfalz für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen. Dazu gehört die Versorgung mit leistungsfähigem Mobilfunk“, hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer proklamiert.

Das würden die beiden CDU-Abgeordneten sofort unterschreiben: „Eine flächendeckende Mobilfunkversorgung ist für uns unverzichtbar. Ständige Funklöcher können in einer Gefahrensituation wertvolle Zeit kosten und eine flächendeckende Mobilfunkversorgung ist die Grundvoraussetzung, um die Chancen der Digitalisierung in den unterschiedlichen Lebensbereichen zu nutzen“, betonen Bracht und Wächter.

Daher reagierten sie erstaunt auf die „Überschnittlich gut“-Einschätzung des Ministers: „Das nehmen wir mit den Menschen in unserer Region ganz anders wahr. In der Realität ist die Mobilfunkversorgung nicht zufriedenstellend – auch wenn sie in anderen Gebieten von Rheinland-Pfalz noch schlechter ist“, betonen Bracht und Wächter.

Fordern die beiden Politiker also 100 Prozent Ausbau? „Ich weiß nicht, ob wir 100 Prozent brauchen, aber ich wäre gerne sehr nah dran. Und vor allen Dingen, dass wir das eben auch in der Fläche gewährleisten können und nicht immer auf den Durchschnitt schauen.“

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