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Heißluftballon-Absturz gegenüber der Loreley

Unglück mit einem Toten: So lief der Ballon-Unfall genau ab

picture alliance/dpa

Nach dem Absturz eines Heißluftballons gegenüber der Loreley am 16.08.2020 ist jetzt der Abschlussbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung veröffentlicht worden.

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Der Ballon mit sieben Insassen war an dem besagten Sonntagabend gegen 20 Uhr bei Urbar, auf dem Landeanflug, als es zu dieser Tragödie kam. Die sechs Passagiere wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Der Ballonführer verstarb an der Unglücksstelle.


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Wie kam es zu diesem Unglück?

Laut Zeugenaussage trafen sich alle Passagiere, der Ballonführer, Helfer und Verfolger wie vereinbart gegen 18 Uhr am Startplatz in der Nähe von Ney. Hier erhielten die Passagiere eine Einweisung zum Verhalten während der Fahrt und der Landung. Außerdem halfen sie beim Aufrüsten des Ballons.

Wörtlich heißt es im Bericht weiter: „Ein Helfer des Ballonführers gab an, dass sich der Ballonführer am Startplatz mehrfach in eine Wetter-App eingeloggt hatte, um sich über die aktuelle Wettersituation zu informieren. Er habe den Ballonführer hinsichtlich der Bewölkung und der Regenschauer, die über der Eifel zu sehen waren, angesprochen. Der Ballonführer habe geantwortet, dass er bis zum Eintreffen der Gewitter wieder gelandet sei.“

Weiter heißt es im Bericht, dass er sich in bereits nachmittags mit einem anderen Ballonführer in einen Chat ausgetauscht hat. Auf die Frage des anderen Ballonführers, ob er fahren werde, antwortete er, dass es schon gehen werde, und sollte es nicht gehen, könne er vor Ort absagen. Auch finanzielle Aspekte wurden in dem Chat angesprochen.

Der Start um 18:38 Uhr verlief laut Zeugenaussage sehr ruhig. „Nach dem Start fuhr der Ballon zunächst in nordwestliche Richtung. Nach 16 Minuten änderte er seine Fahrtrichtung nach Süden und um 19:05 Uhr in ostsüdöstliche Richtung.“

Zum weiteren Fahrtverlauf gaben zwei Passagiere an, dass im Bereich der Autobahn der Ballon etwas 200 Meter hoch gewesen sei. Beim Flug über den Wald habe die Fahrthöhe stetig abgenommen und die Zunahme des Windes und die damit eingehende Fahrtgeschwindigkeit sei spürbar gewesen.

Daraufhin hat der Ballonführer erklärt, dass er jetzt schnell eine Landefläche finden müsse und hat währenddessen einen Sicherheitsgurt angelegt, damit er seine Hände frei hat. Um 19:53 Uhr sollten die Fahrgäste ihre Landeposition einnehmen und ihnen war klar, dass es zu einer Bruchlandung kommt, als der Fahrer schrie „festhalten, festhalten, festhalten“.


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Bei der Untersuchung der Unfallursache wurde auch ein Video über die erste versuchte Landung von einem Zeugen analysiert. In diesem Video war laut Bericht zu sehen: „Während der Landeanfahrt wurde die Hülle infolge der Abnahme der Windgeschwindigkeit in Bodennähe etwa zu einem Viertel ihres Volumens eingedrückt wurde. Die Verformung der Hülle erfolgt in Fahrtrichtung vorn. Mit der weiteren Annäherung an den Boden gerät der Ballon zusätzlich in eine Pendelbewegung. Unmittelbar vor dem Aufsetzen sind auf dem Video mehrere kurze Feuerstöße zu sehen. Beim Aufprall auf den Boden kippte der Korb abrupt nach vorn in Fahrtrichtung. Nach dem Aufprall drückte der Wind die Hülle zu Boden. Anschließend schleifte der Ballonkorb etwa 10 Sekunden über den Boden. Der Ballon hob wieder ab. Die Hülle wurde wiederum verformt.“

Nachdem der Ballon wieder abgehoben hatte, sahen Zeugen, dass im Ballon noch zwei Personen waren, sowie die Beine einer weiteren Person, die aus dem Korb hingen, zu sehen gewesen.

Außerdem habe auch eine längere Leine vom Korb heruntergehangen. Weiter heißt es, dass der Brenner betätigt wurde. Die Höhe des Ballons wurde beim Überqueren von Häusern am Rande von Biebernheim auf etwa 20 Meter über Grund geschätzt. Nach der Überquerung der Ortschaft sei der Ballon gesunken und dann wieder abgehoben. Dabei habe dann eine Person an der Leine gehangen, etwa fünf bis sechs Meter unterhalb des Korbes.

Die Zeugen seien dann sofort mit einem Geländefahrzeug dem Ballon hinterhergefahren. Trotz sehr guter Geländekenntnisse und hoher Fahrgeschwindigkeit konnten sie ihn nicht mehr einholen. Der Ballon verlor laut Aussage kurz vor dem Steilhang an Höhe.

Der Ballon wurde dann an der Oberkante des Steilhangs durch Buschwerk getrieben. Zehn Meter unterhalb der Handkante entdeckten sie eine leblose Person. Die zwei im Korb verbliebenen Personen wurden von der Feuerwehr im Steilhang geborgen.

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