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„Keine Klage, keine Anklage – eine Bitte“

Tierparks schreiben offenen Brief an Malu Dreyer

Kritik ab Futterhilfen für Tierparks
Foto: Dirk Eikhorst Kristof Fröhlich, der Chef des Tierparks Rheinböllen, hat mit anderen Tierparks den offenen Brief an Malu Dreyer geschrieben. Sie sehen das Wohl der Tiere in Gefahr.

Die Situation der Tierparks verschlechtert sich mit jedem Tag Lockdown: keine Gäste, keine Einnahmen, kaum Hoffnung. Der Zoo Neuwied konnte erst kürzlich nur durch eine Spendenaktion gerettet werden. Der Chef des Tierparks Rheinböllen sagte gegenüber Hunsrück News: „Wir verbrennen jeden Tag Geld.“

Die Zoos und Tierparks in Rheinland-Pfalz haben sich jetzt mit einem offenen Brief an die Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gewandt. Sie wollen das Schreiben ausdrücklich nicht als Klage oder Anklage verstanden wissen. Es sei vielmehr die Bitte um Unterstützung – und klingt doch wie ein verzweifelter Hilferuf.


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In dem Brief heißt es: „Uns begleitet die Sorge, dass auf Sicht nicht nur finanziell erhebliche Schieflagen entstehen, sondern wir unserer Aufgabe, dem Tierwohl gerecht zu werden, nicht mehr nachkommen können.“

Kristof Fröhlich sagte nach der letzten Verlängerung des Lockdowns zu Hunsrück News: „Wir haben seit drei Monaten keine Besucher, keine Einnahmen – aber die Kosten laufen einfach weiter. Im besten betriebswirtschaftlichen Sinn verbrennen wir jeden Tag Geld.“

Fröhlich und die anderen Tierpark-Chefs kritisieren in dem offenen Brief noch einmal die Vergabe der Futterhilfen, die erst möglich sei, wenn die Tiere in „existenzielle Not“ kommen. „Eine Futterhilfe des Landes, die nicht ausschließlich auf blanke Not und Überlebensangst bezogen ist wie bisher, würde uns schon etwas helfen.“

Außerdem führen sie an, dass ähnliche Einrichtungen in anderen Bundesländern weiter geöffnet seien, und die heimischen Tierparks durch die im vergangenen Jahr entwickelten Hygienekonzepte auch dazu in der Lage wären.

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Die Tierparks beklagen, dass die November- und Dezemberhilfen noch nicht geflossen seien. Sie bitten, dass sich Dreyer der Sache annehme, um auch perspektivisch Wege aufzuzeigen, wie die Zoos das Jahr 2021 meistern könnten.

Bei Facebook hat der offene Brief schon eine überwältigende Resonanz erfahren. Allein auf dem Kanal des Tierparks Rheinböllen haben innerhalb von einer Stunde über 200 Menschen den Beitrag geteilt.

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