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Nach Havarie eine Sportbootes

„Tickende Zeitbomben“ im Hafen am Hunt bei St. Goar?

Hafen am Hunt bei St. Goar
Foto: Dirk Eikhorst Der Hafen am Hunt bei St. Goar: Die Flächen auf der linken Seite werden vom WSA verpachtet

Bei St. Goar war Mitte Juni ein rund sechs Meter langes Sportboot gekentert, die Feuerwehr musste Ölsperren im Hafen am Hunt ausbringen, um auslaufenden Schiffsdiesel einzufangen. Ein Unglück mit Ansage – tagelang hatte das Sportboot schon Schlagseite.

Drohen in dem kleinen Hafen noch viel größere Unglücke? Das glaubt zumindest Michael Schestak, der dort selbst eine Steganlage besitzt. An den Liegestellen, die das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein (WSA)verpachtet, will er fünf bis sieben Boote ausgemacht haben, die „seit 20 Jahren nicht mehr betreten wurden“.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt erklärte gegenüber Hunsrück News, dass derzeit im Rahmen von Nutzungsverträgen 14 Flächen an Dritte überlassen würden. „Für die darauf betriebenen Anlagen und die daran anlegenden Schiffe trägt der jeweilige Eigentümer die Verantwortung“, erklärte Florian Krekel, der Fachbereichsleiter Schifffahrt.

Und: „Das WSA kontrolliert die Anleger in der Regel einmal jährlich daraufhin, dass sie sicher festgemacht sind und von ihnen keine Gefahr für die Wasserstraße und den Schiffsverkehr ausgeht. Bei festgestellten Mängeln werden die Betreiber zum Handeln aufgefordert.“

Auch Krekel weiß, dass „dem Augenschein nach manche der im Hafen am Hunt liegenden Boote kaum noch oder gar nicht mehr in Benutzung“ seien. Wie häufig ein Bootsbesitzer sein Boot betrete oder benutze stehe ihm aber frei, stellt er fest. Und erklärt: „Eine Pflicht zur regelmäßigen technischen Untersuchung von Sportbooten – vergleichbar der Hauptuntersuchung bei Straßenfahrzeugen – gibt es derzeit nicht.“

Zerstörte Fensterscheiben, aufgerissene Planen und sich schleichend verbreitender Rost: Einige Boote im Hafen am Hunt haben sicher schon bessere Zeiten gesehen. Michael Schestak macht sich Sorgen, dass weitere Schiffe sinken könnten. „Schon vor zwei Monaten ist ein anderes Schiff abgesoffen“, sagte er zu Hunsrück News.

Hafen am Hunt bei St. Goar
Foto: Dirk Eikhorst
Hafen am Hunt bei St. Goar
Foto: Dirk Eikhorst
Hafen am Hunt bei St. Goar
Foto: Dirk Eikhorst

Das zuletzt gesunkene Sportboot „Lucky II“ hing mehrere Tage mit Schräglage im Hafen. „Das WSA hat den Eigentümer im Vorfeld des Sinkens mehrfach über einen dringenden Sicherungsbedarf informiert. Der Versuch des Eigentümers, das Boot zu sichern, schlug aber fehl“, erklärte Florian Krekel.

Sportboot in Jachthafen St. Goar gekentert
Foto: Dirk Eikhorst Auslaufender Schiffsdiesel zog die typischen Schlieren auf der Wasseroberfläche

/* Ihnen gehört eines der Boote im Hafen am Hunt oder Sie kennen den Besitzer, denn sprechen Sie mit uns, wir erzählen gerne Ihre und die Geschichte ihres Schiffes.


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