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„Rheinfels-Saga“ im August auf der Burg

St. Goars Geschichte mit „Feuerwerk und Spektakel“ erzählt

Rheinfels Saga
Foto: Kultursommer RLP So sah die Aufführung der „Rheinfels-Saga“ im Jahr 1998 aus – man darf gespannt sein, wie die Macher es an die technischen Möglichkeiten unseres Jahrzehnts angepasst haben

Anderthalb Jahrzehnte war die multimediale Zeitreise durch die Geschichte von St. Goar nicht mehr zu sehen – im August wird die „Rheinfels-Saga“ am Originalschauplatz wiederbelebt: Sieben Theateraufführungen wird es geben, dazu ein Konzert. Dass die Saga wegen Corona nicht um ein weiteres Jahr verschoben wurde, geschieht angeblich auf persönlichen Wunsch von Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

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Bereits im vergangenen Jahr sollte das Stück des Schriftstellers Leonhard Reinirkens mit der Musik von Komponist Richard Wester wieder aufgeführt werden. Zurück geht diese Initiative auf Claudia Schwarz, die auch jetzt wieder als Gesamtleiterin fungieren wird. „Ich hatte 2019 bei einer Veranstaltung Jürgen Hardeck getroffen und ihm berichtet, dass die Menschen in St. Goar immer noch über das Stück sprechen würden“, sagte Schwarz zu Hunsrück News. Der jetzige Kultur-Staatssekretär Hardeck habe pragmatisch geantwortet: „Wenn ihr die Leute zusammenbekommt, dann machen wir das wieder.“

Die alten Komparsen und Komponist und künstlerischer Leiter Richard Wester seien gleich Feuer und Flamme gewesen, berichtet Claudia Schwarz. Und mit der Förderung durch den Kultursommer Rheinland-Pfalz – 50 Prozent der Kosten – und den Mitteln aus einem Sonderfonds des Bundes, mit denen der Verlust ausgeglichen wird, geht die Stadt St. Goar kein finanzielles Risiko ein.

Natürlich muss sich die „Rheinfels-Saga“ im Jahr 2021 den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie beugen: Anstatt der eigentlich anvisierten 300 Besucher pro Vorführung werden nur 150 eingelassen. Die Alternative wäre eine Verschiebung der Aufführungen in das kommende Jahr gewesen. Dagegen habe aber die Ministerpräsidentin Malu Dreyer persönlich interveniert.

Rheinfels Saga
Foto: Kultursommer RLP Die Theateraufführung spannt einen geschichtlichen Bogen über 1300 Jahre

Jetzt also lädt die „Rheinfels-Saga“ an sieben Abenden zwischen dem 20. und dem 29. August zu einer multimedialen Zeitreise, die einen Bogen von der Gründung des Ortes durch den Mönch Goar im sechsten Jahrhundert über den Bau der Burg im Jahr 1245 und den brutalen 30-jährigen Krieg hin zur jüngeren Geschichte, in die sogar der Zwist mit dem Prinzen von Preußen um die Besitzansprüche an der Burg Rheinfels einfließen.

„Die ‚Rheinfels-Saga‘ ist ein sehr zugänglicher Einblick in die 1300-jährige Geschichte von St. Goar“, sagt Stadtbürgermeister Falko Hönisch, der glaubt, dass die Aufführungen für Einheimische wie Touristen ein großartiger Gewinn sein werden: „Einerseits gibt es viele in St. Goar, vielleicht auch Neubürger, die sich der wechselhaften Geschichte ihres Wohnortes nicht bewusst sind. Und für die Touristen ist es ein ganz wichtiger Teil Kulturgeschichte, ich muss ja auch nicht in Paris wohnen, um mir ‚La Bohème‘ anzusehen.“

Man könne viele Bücher lesen, man könne im Burgmuseum recherchieren, aber es sei ein ganz besonderes Erlebnis, wenn „die Geschichte der Stadt mit Spektakel und Feuerwerk“ erzählt werde, meint Hönisch. Karten gibt es noch für verschiedene Abende der Veranstaltungsreihe – unter anderem bei der Touristinformation St. Goar.

Rheinfels Saga
Foto: Stadt St. Goar An Originalschauplätzen werden einschneidende Begebenheiten auf der Burg Rheinfels nacherzählt
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