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Feuerwehr muss Ölsperren ausbringen

Sportboot im Jachthafen St. Goar gekentert

Sportboot in Jachthafen St. Goar gekentert
Foto: Dirk Eikhorst In allen Farben schimmerte das Wasser im Jachthafen St. Goar – die Feuerwehr musste mit den Mehrzweckboot Ölsperren auslegen

Ein Unglück mit Ansage: Im kleinen Hafen bei St. Goar ist am Sonntagabend ein etwa sechs Meter langes Boot gekentert. In allen Regenbogenfarben zogen dichte Schlieren Schiffsdiesel über das Wasser. Der typische Geruch hing in der Luft. Die Feuerwehr St. Goar musste mit Ölsperren das Boot sichern.

Schon seit mehreren Tagen hing die „Lucky II“ mit Schlagseite im Hafenbecken. Am Abend wurde dann die Wasserschutzpolizei St. Goar von einem Anwohner informiert, dass Betriebsstoffe auslaufen würden. Die hat dann die Rettungskräfte der Feuerwehr alarmiert.

„Das Boot hing wohl schon einige Tage mit Schräglage im Hafenbecken, bis es dann letztlich gekentert ist. Der Eigner hat wohl noch selbst versucht, es zu stabilisieren und zu bergen. Das ging aber nicht so einfach, jetzt muss dann wohl größeres Gerät her“, erklärte Christian Michel von der Wasserschutzpolizei.

„Ich kann es mir einfach nicht erklären“, sagte der Eigner zu Hunsrück News. Der Mann aus Bad Kreuznach erklärte, er sei am Nachmittag noch mit zwei Mann Unterstützung tauchen gewesen, um das bereits mit starker Schlagseite im Wasser treibende Boot zu sichern. „Da war nicht ein Tropfen Öl zu sehen.“ Zu Sicherheit hatte er aber schon selbst provisorische Ölsperren gelegt.

Michael Olk, der Wehrführer der Feuerwehr St. Goar, zeigte sich auch verwundert, denn der Bootsbesitzer soll erklärt haben, dass sich kein Diesel mehr im Tank befunden haben. Die Schlieren im Hafenbecken zeugten vom Gegenteil. „Es ist schwer einzuschätzen, um welche Menge es sich handelt, weil sich der Triebstoff sehr großflächig auf dem Wasser verteilt“, sagte Olk.

Mit ihrem Mehrzweckboot legte die Feuerwehr Ölsperren rund um das havarierte Sportboot „Lucky II“ – musste noch aus Oberwesel weitere Sperren organisieren, um den zwischenzeitlich verteilten Diesel ganz einfangen zu können. „Unsere Sorge war, dass sich unter dem gekenterten Boot noch Treibstoff hätte gesammelt haben und durch einen Wellenschlag ins Hafenbecken gespült werden können“, sagte Michael Olk.

Jetzt wird sich das Wasser- und Schifffahrtsamt der Havarie annehmen: Dann wird auch geklärt, ob eventuell der Diesel aufgenommen werden muss und wie das Sportboot geborgen werden soll. In einem waren sich aber alle Beobachter einig: „Das wird teuer!“

Sportboot in Jachthafen St. Goar gekentert
Fotro: Dirk Eikhorst Die „Lucky II“ soll in den vergangenen Tagen immer stärkere Schlagseite gehabt haben
Sportboot in Jachthafen St. Goar gekentert
Foto: Dirk Eikhorst Weil sich der Schiffsdiesel schon großflächig verbreitet hatte, mussten die Feuerwehrleute noch weitere Ölsperren aus Oberwesel organisieren
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