POLITIK
Wahlkreis 200

„Sonstige Parteien“ legen um 140 Prozent zu

Wahlurne
Foto: HAUK MEDIEN ARCHIV / Alexander H

Wenn am Wahlabend die ersten Prognosen und Hochrechnungen eintrudeln und ARD und ZDF in ihren Wahlstudios die Balkendiagramme präsentieren, erkennt der interessierte Zuschauer schon an der Farbe, wie die entsprechende Partei abgeschnitten hat.

Hinter dem grauen Balken aber verbirgt sich ein Sammelsurium an Kleinstparteien, die zwar alle nicht in die Nähe der Fünf-Prozent-Hürde gekommen sind, aber zusammen einen überdeutlichen Stimmenzuwachs verbuchen konnten. Plus 140 Prozent konnten Volt, Die Basis, Piraten und die sonstigen „Sonstigen“ im Wahlkreis verbuchen.

Hunsrück News zeigt die Ergebnisse des Wahlkreises 200 im Detail und in welchem Wahlbezirk die 18 hier zur Bundestagswahl angetretenen Parteien jeweils ihr stärkstes Ergebnis eingefahren haben.

Erzielten die „Sonstigen“ bei der letzten Bundestagswahl 2017 noch 2,2 Prozent, so stimmte jetzt jeder 20 Wähler für eine Partei, die es nicht in den Bundestag geschafft hat.

Auffällig I: Die Tierschutzpartei, die erstmals bundesweit mit einer eigenen Landesliste angetreten war, holte 1845 Zweitstimmen, was 1,4 Prozent entspricht – und gleichzeitig auch dem Zuwachs, denn 2017 war die Partei noch nicht dabei. In Belg schafften die Tierschützer aus dem Stand 8,3 Prozent.

Auffällig II: Die Partei Die Basis, die aus der Querdenker-Bewegung hervorgegangen ist und in Baden-Württemberg, dem Ursprung der bundesweit aktiven „Querdenken 711“-Initiative, ihr stärkste Ergebnis holte, konnte im Wahlkreis 200 genau 1758 Zweitstimmen oder 1,3 Prozent erreichen. In Nieder Kostenz kam Die Basis auf 11,1 Prozent der Stimmen.

Auffällig III: Dümpelt die Satirepartei „Die Partei“ um Martin Sonneborn bundesweit bei einem Prozent (Wahlkreis 200: 0,8%) so konnte sie wohl mit ihren kontroversen Plakaten „Nazis töten.“ und „Hier könnte ein Nazi hängen“ in Neunkirchen besonders verfangen. Hier wählten 9,8 Prozent die Satirepartei.

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