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Impfzentrum im Landkreis

So werden die Impfungen in Simmern ablaufen

Im Impfzentrum wird von den Messebauern gerade die Impfstraße aufgebaut. Wenn der Impfstoff da ist, soll es losgehen
Foto: Dirk Eikhorst Im Impfzentrum wird von den Messebauern gerade die Impfstraße aufgebaut. Wenn der Impfstoff da ist, soll es losgehen

Masken, Abstand halten und Kontaktbeschränkungen – nach monatelangen Auflagen soll jetzt die zentrale Lösung kommen: Massenimpfungen gegen das Corona-Virus. Deutschland bereitet sich auf dem Einsatz des Impfstoffes vor, der zunächst aber noch von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassenen werden muss.

Auch im Rhein-Hunsrück-Kreis werden die Vorbereitungen für den Impfstart vorangetrieben. Hunsrück News beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Impfzentrum in Simmern.


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Wann ist das Impfzentrum fertig?

Der Bund hat den 15. Dezember als Termin gesetzt, an dem alle Impfzentren deutschlandweit startklar sein sollen. Auch das Impfzentrum im ehemaligen Sconto-Markt in Simmern werde dann stehen, erklärte der Landkreis.

Auch das Gesundheitsministerium in Mainz geht davon aus, dass am 15. Dezember alle 31 Impfzentren im Land einsatzbereit sind. „Auch wenn derzeit nicht genau vorherzusagen ist, wann der Impfstoff kommt, halten wir die Strategie für richtig, sofort starten zu können, wenn die ersten Ampullen geliefert werden“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums zu Hunsrück News.

Der ehemalige Sconto-Markt in Simmern wird zum Impfzentrum.
Foto: Dirk Eikhorst Der ehemalige Sconto-Markt in Simmern wird zum Impfzentrum.

Wie sieht so ein Impfzentrum aus?

Die Impfzentren sind alle nach einem Vorgabenkatalog der Regierung ausgewählt worden – so auch der ehemalige Sconto-Markt in Simmern. Entscheidend: barrierefreier Zugang, viel ebenerdige Fläche, die leicht teilbar ist, gute Anbindung und ausreichend Parkplätze. Zunächst soll in Simmern eine Impfstraße entstehen. Die Impfstraßen passen sich natürlich den räumlichen Gegebenheiten an. Am Montag wurde vom Landkreis ein Messebauer beauftragt, der in dem ehemaligen Möbelmarkt, die notwendigen Umbauten durchführt.

Wie ist eine Impfstraße aufgebaut?

Der Ablauf einer Impfung soll immer dem gleichen Muster folgen: Am Eingang erfolgt ein Fieber-Screening, dann folgt die Registrierung, bei der auch Daten aus der Terminvergabe abgeglichen werden, und der Wartebereich. Hier soll ein Infofilm gezeigt werden, der über die Impfung aufklärt – vom Land produziert und in mehreren Sprachen.

Anschließend geht es auf die eigentlich Impfstraße: Die Verwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises wollte zur genauen Ausgestaltung der Impfstraße in Simmern keine Angaben machen, aber sie wird denen in anderen Impfzentren ähneln. „Schließlich kann nicht jeder impfen wie er will“, sagte der Pressesprecher des Ministeriums.

So solle beispielsweise in Mainz eine Impfstraße von zwei Ärzten betreut werden und aus drei Impfräumen bestehen, wie die „Allgemeine Zeitung“ berichtet. Bei voller Auslastung könnten auf einer Impfstraße 300 bis 400 Personen pro Tag geimpft werden.

Zunächst wird aber davon ausgegangen, dass wegen der limitierten Verfügbarkeit des Impfstoffs höchstens 200 Menschen pro Tag geimpft werden können.

In Mainz wurde auch das Test-Impfzentrum der Landeskoordinationsstellen Impfen aufgebaut, in dem Organisation und Abläufe erprobt werden sollten. Hier konnten sich alle Verantwortlichen der Landkreise und Städte. „Mit Rücksicht auf das Corona-Infektionsgeschehen ist aus Mainz eine geplante Einladung zur Besichtigung des Test-Impfzentrums nicht erfolgt. Die Entwicklungsagentur RLP hat uns jedoch einen virtuellen Rundgang durch ein Test-Impfzentrum ermöglicht“, erklärte der Landkreis gegenüber Hunsrück News.

Wurden auch in Simmern Testläufe gemacht?

Das Gesundheitsministerium erwartet von den Kreisen und Städten, dass die Impfzentren nach dem Muster des Test-Zentrums in Mainz begutachtet werden. „Diese Testläufe wurden vielerorts gemacht, wir haben dazu aber keine Berichte eingefordert“, erklärte das Ministerium. Ein Testlauf vor der Fertigstellung sei nicht vorgesehen und mache auch keinen Sinn, erklärte der Landreis gegenüber Hunsrück News. Nach Fertigstellung würden die Abläufe „geprobt“ – ausschließlich unter Mitwirkung der betroffenen „Akteure“.

Braucht jedes Impfzentrum einen Tiefkühler?

Der Impfstoff von Biontech muss bei ca. -80 Grad gekühlt werden, hält sich aber danach bis zu fünf Tage. „Wir wissen ja durch die Terminvergabe sehr genau, wer zum Impfen in die einzelnen Zentren kommen wird. Dementsprechend werden für einen oder einige Tage benötigte Impfdosen in die Impfzentren geliefert“, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Wie viele Impfdosen bekommt das Impfzentrum in Simmern?

Der Impfstoff wird in Deutschland anhand des Königsteiner Schlüssels verteilt, der eigentlich zum Einsatz kommt, wenn Bund und Länder etwas gemeinsam finanzieren. Er richtet sich nach Steueraufkommen und Einwohnerzahl. Rheinland-Pfalz kann also mit einem Anteil von 4,8 Prozent der Impfdosen rechnen, die an Deutschland geliefert werden.

„Wir werden die Impfdosen dann nach der Anzahl der Termine in den einzelnen Impfzentren verteilen“, erklärte der Sprecher. Heißt aber auch im Umkehrschluss: Es können nicht mehr Termine vergeben werden, als Impfdosen vorrätig sind.

Wie werden die Termine vergeben?

Das Land arbeitet mit einem Call-Center-Anbieter zusammen, die Nummer der „Zentralen Terminvergabestelle“ ist aber „noch nicht scharf geschaltet“. Wenn jemand einen Termin haben möchte, dann wird am Telefon abgefragt, ob dieser zu den derzeit priorisierten Gruppen gehört. Etwa Pflegepersonal, Notfallsanitäter, Patienten mit chronischen Krankheiten. „Das muss dann natürlich vor Ort nachgewiesen werden, sei es durch ein Attest oder etwa die Mitgliedschaft in der Pflegekasse.“ Bei Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sei dies hingegen nicht notwendig, denn diese würden von mobilen Impfteams vor Ort betreut.

Wer wird zuerst geimpft?

Das Land Rheinland-Pfalz will sich eng an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission halten, dessen Vorschlag aber noch vom Bund abgesegnet werden muss.

„Zumindest am Anfang wird es nicht genügend Impfstoffdosen für alle Menschen geben. Deshalb brauchen wir transparente, gut begründete und konsequent umgesetzte Kriterien für die Verteilung. Es darf weder das Windhund- noch das Ellbogen-Prinzip gelten“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer im rheinland-pfälzischen Landtag.”

 Zuerst sollten die Menschen geimpft werden, die bei einer Infektion ein besonderes Risiko tragen, schwer zu erkranken oder sogar zu sterben. Und auch die Menschen, die in engem Kontakt mit Infizierten und besonders Gefährdeten stehen. 

 Wann ist der Impfstoff einsatzbereit?

Kanzlerin Merkel erklärte: „Wir müssen durch den Winter durchkommen, ohne darauf setzen zu können, dass wir in großem Maße schon Impfstoff zur Verfügung haben.“ Zwischen Januar und März rechnen die Verantwortlichen mit rund sieben Millionen Impfdosen von den Herstellern Biontech und Moderna. Für Rheinland-Pfalz wären das dann rund 340 000 Stück. Erst danach sei mit einer signifikant höheren Zahl zu rechnen.

Was kostet die Impfung?

Die Impfung soll für alle Bürger kostenlos sein. Der Bund hat sich über einen EU-weiten Schlüssel bisher rund 300 Millionen Dosen gesichert. Dafür wurden im Etat 2021 erstmal 2,7 Milliarden Euro reserviert.

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