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Keine Fälle im Rhein-Hunsrück-Kreis

So verbreiten sich Corona-Mutationen in Rheinland-Pfalz

Verbreitung Corona-Mutationen RLP
Foto: photocreo/Hunsrück News

Angst vor der britischen Variante: Ende Januar meldete das Gesundheitsministerium den ersten Fall einer Infektion mit einem mutierten Corona-Virus im Rhein-Hunsrück-Kreis. Wie sich herausstellte, kam der Infizierte nicht aus dem Kreis, wurde nur hier getestet.

Virologen warnen, die Verbreitung der leichter übertragbaren Corona-Mutanten könnte schon Anfang März zu einer dritten Welle führen, deren Eindämmung ungleich schwerer werden würde, als die bisherigen Ausbrüche. Hunsrück News zeigt das Aufkommen der Virus-Varianten in den Städten und Landkreisen in Rheinland-Pfalz.


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Gen-Analysen aus England legen den Verdacht nahe, dass die britische Variante immer öfter die Fähigkeit aufweist, sich gegen menschliche Antikörper durchzusetzen. Was bedeuten würde, dass B.1.1.7 nicht nur ansteckender, sondern auch resistenter gegen Impfungen wäre. Auch Zweitinfektionen seien dann möglich. Zumindest der Schutz vor schweren Verläufen durch eine Impfung soll nicht gemindert sein.

Besonders betroffen von den Mutanten ist etwa der Eifelkreis Bitburg-Prüm, der aktuell 41 bestätigte Infektionen meldet. In weiteren fünf Fällen besteht zumindest der Verdacht. Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist bisher von den Corona-Varianten verschont geblieben.

Die Zahl der Neuinfektionen geht stetig zurück, im Rhein-Hunsrück-Kreis hat sich in nur sechs Wochen die 7-Tage-Inzidenz mehr als halbiert: 82,4 Kreisbewohner haben sich bezogen auf 100 000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen mit dem Virus angesteckt.

Tagelang war der Kreis Spitzenreiter bei dem Inzidenzwert in Rheinland-Pfalz. Landrat Marlon Bröhr hatte im Kreisausschuss daraufhin erklärt, dass dies auch dem späten Impfstart geschuldet sei.

Auch, dass sich etwa die Hälfte der Fälle in den Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege abspiele, führte er ins Feld. Ob dies in anderen Städten und Kreisen ebenso ist? „Wir haben keine Informationen dazu, inwieweit in anderen Kreisen Einrichtungen betroffen sind“, erklärte Bröhr auf Hunsrück-News-Anfrage.  

Was Hoffnung macht: Die so wichtige Kontaktnachverfolgung von Infizierten funktioniert im Rhein-Hunsrück-Kreis quasi lückenlos. Selbst im Dezember, als sich in einer Woche rund 190 Menschen angesteckt hatten, klappte diese – „nur an zwei Tage im Dezember“ sei dies nicht gelungen, die Kontakte seien aber innerhalb von 48 Stunden nachverfolgt worden.

Dazu sind alle 26 Bediensteten des Gesundheitsamtes, sechs Unterstützungskräfte von Land und Bund, zwei Gruppen Bundeswehrsoldaten mit jeweils bis zu elf Personen sowie drei Mitarbeiter der Kreisverwaltung aus anderen Fachbereichen aktuell mit der Pandemie beschäftigt.

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