Anzeige
NEWS
Im Kreisausschuss präsentiert

So soll die „Wald-Million“ an die Gemeinden verteilt werden

Forstplan Emmelshausen
Foto: Dirk Eikhorst Dieser Wald musste einem Neubaugebiet weichen – aber die Forstbestände im Kreis sind vor allem durch die Klimakrise bedroht

„2020 war ein Krisenjahr und wir sind noch mittendrin, das ist durch den Klimawandel bedingt und wird uns noch die nächsten 50 Jahre begleiten.“

Förster Philipp Weckbecker

Extreme Trockenheit, Borkenkäfer und Fichten-Monokulturen: Die Gemeinden im Rhein-Hunsrück-Kreis müssen um den Erhalt des Waldes kämpfen. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Gemeindewald noch eine zuverlässige Einnahmequelle war.

Zur Unterstützung der Gemeinden im Kampf gegen die Klimakrise hat der Landkreis den „Sonderpakt Wald“ ins Leben gerufen: Eine Million Euro soll verteilt werden, um die Kommunen beim Erhalt des Waldes zu unterstützen. Im Kreisausschuss wurde darüber diskutiert, wie die Mittel zu verteilen sind.


Anzeige

Der Kreistag hatte die Verwaltung im Dezember 2020 einen Verteilungsschlüssel auszuarbeiten, der auch eine soziale Komponente beinhaltet. Finanzstarke Kommunen – etwa durch Gewerbeansiedlung – und Gemeinden mit Einnahmen aus der Windkraft sollen weniger bekommen. Diese Aufstellung präsentierte jetzt Landrat Dr. Marlon Bröhr dem Kreisausschuss.

Die Berechnung: Die Summe wurde durch die 29 668,33 Hektar Wald im Kreis geteilt und dann anteilig auf die Gemeinden je nach Waldbesitz verteilt. Dann wurden jeweils die Abschläge für Finanzkraft und Windkraft abgezogen. Die Verwaltung stellte zwei unterschiedliche Methoden vor, um die so freigewordenen Mittel auf die Gemeinden ohne Abzug zu verteilen: erstens nach der Holzbodenfläche und zweitens pauschal auf alle Gemeinden.

Die Mittel sollen zweckgebunden verteilt werden, heißt, sie sollen von den Gemeinden zur Waldbewirtschaftung eingesetzt werden müssen. Darüber will die Verwaltung mit allen Gemeinden eine Vereinbarung abschließen. Das ging des Grünen allerdings nicht weit genug. Daniela Lukas-von Nievenheim regte an, dass nur Gemeinden mit einem Zertifikat, dass ihr Wald nachhaltig bewirtschaftet wird, in den Genuss der Förderung kommen sollten. Diesem Vorschlag wollten die Ausschussmitglieder aber nicht folgen.

Klaus-Peter Müssig von der SPD lehnte das komplette Konzept ab, er sah darin „reine Geldverschieberei“, bei der am Ende nicht einmal eine Million Euro herauskommen würden. Er forderte stattdessen die Kreisumlage zu senken.

Der Kreisausschuss einigte sich letzlich mit zehn zu fünf Stimmen darauf, dem Kreistag die Verteilung der „Wald-Million“ nach der ersten Methode zu empfehlen.

Auch interessant
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"