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POLITIK
Kommission stellt Konzept vor

So sieht die Zukunft des Freizeitbades in Rheinböllen aus

Konzept Freizeitbad Rheinböllen
Foto: VG Simmern-Rheinböllen Seit über 40 Jahren ein beliebtes Freizeitangebot für Familien – aber deutlich in die Jahre gekommen

Das Freizeitbad in Rheinböllen war in den vergangenen Jahren eins der Themen, die am ausuferndsten im Verbandsgemeinderat Simmern-Rheinböllen diskutiert wurden. Neubau oder Sanierung des über 40 Jahre alten Bades? Schließlich einigte sich der Rat auf die Bildung einer Kommission, die „ergebnisoffen“ ein Zukunfts-Konzept erarbeiten sollte. Dieses wurde am Dienstagabend in der Hunsrückhalle vorgestellt.

Ramona Lambrich, Fachbereichsleiterin soziale Infrastruktur, stellte das Ergebnis der sechs Beratungen der Kommission im Verbandsgemeinderat vor. Sie betonte, dass es eine sehr konstruktive und harmonische Zusammenarbeit gewesen sei, bei der auch immer der Kostenrahmen im Fokus gewesen sei. Trotzdem kommt eine erste Schätzung auf einen Betrag von 7,6 Millionen Euro, die nötig sind, um zukunftssicher ein Freizeitbad in Rheinböllen zu haben.

Das Bad ist mehrere Jahrzehnte alt, verfügt nur noch über überalterte Technik und ist durch die verwinkelte Aufteilung sehr personalintensiv. Darüber hinaus hatten sich 2019 technische und bauliche Mängel offenbart, die es unmöglich machten, den Betrieb aufzunehmen. Diese wurden inzwischen zwar für rund 112 000 Euro beseitigt, der generelle Sanierungsbedarf bleibt aber bestehen.

Und so soll das neue Bad nach der Empfehlung der Kommission aussehen: Das große Schwimmbecken und die Black-Hole-Rutsche bleiben erhalten, ein neues Gebäude soll dem Bad eine einfachere Architektur geben, außerdem soll ein attraktiver Kinderbereich entstehen.

Konzept Freizeitbad Rheinböllen
Foto: VG Simmern-Rheinböllen Die Ideenskizze zum Zukunftskonzept

Der Saunabereich sollen separat angelegt werden, mit ruhigem Außenbereich, Blockbohlensaunas in der Außenfläche und einem Naturteich als Highlight. Die Gastronomie soll vom Bad, dem Saunabereich und von außen zugänglich sein.

Das Fazit der Kommission: „Die geplanten Maßnahmen erhalten das Bad, bedeuten eine deutliche Steigerung der Attraktivität und der Anziehungskraft für Besucher. Außerdem wird das Standort Rheinböllen zukunftssicher und der Charakter eines Familienbades geht nicht verloren.“

Die Fraktionen im Verbandsgemeinderat lobten die Arbeit der Kommission und betonten, dass über die Parteigrenzen hinweg zielführend in dem zehnköpfigen Gremium gearbeitet worden sei.

Peter Mumbauer von den Freien Wählern, der selbst in der Kommission mitgearbeitet hat, sagte: „Wir hatten uns das Ziel gesetzt, nur das Bad zu betrachten, nicht die Politik drumherum und dabei auch auf die Kosten zu achten.“ Und macht unmissverständlich klar: „Das, was jetzt auf dem Tisch liegt, ist unumgänglich, eine Zwischenlösung gibt es nicht.“

Der Plan steht, aber wie geht es weiter? Darüber waren sich die Räte nicht einig. „Das Bad ist in seinen Grundfesten angegriffen“, sagte Günter Hackländer von der SPD, „mir fehlt der Fahrplan.“

Bürgermeister Michael Boos äußerte die Hoffnung, dass das Bad noch fünf Jahre im jetzigen Zustand betrieben werden kann. „Wenn wir aber eine größere Investition tätigen müssen, etwa zum Ersatz der veralteten Lüftungsanlage, dann sollten wir gleich den Schritt gehen, den die Kommission jetzt vorgeschlagen hat.“

Christian Klein (CDU) wünschte sich, dass jetzt zeitnah ein Architekturbüro damit beauftragt wird, die entsprechenden Pläne auszuarbeiten: „Wir sollten den Zeitvorsprung, den wir durch die Arbeit der Kommission haben, jetzt nicht wieder verspielen.“ Manfred Klaßen (SPD) plädierte hingegen dafür, dass zuerst alle Fördermöglichkeiten recherchiert werden sollten. Nach diesen sollte sich dann die Planung richten, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Und dann stellt sich ja auch noch die Frage der Finanzierung. Rheinböllens Bürgermeisterin Bernadette Jourdant erklärte schon einmal vorsorglich, dass zeitnah ein Beschluss dazu im Stadtrat gefasst werden soll. Eine Summe nannte sie nicht.

Konzept Freizeitbad Rheinböllen
Foto: VG Simmern-Rheinböllen So könnte ein neugestalteter, architektonisch klarer Innenbereich aussehen
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