POLITIK
Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen

Seniorenbeirat nimmt nach Wahl-Eklat die Arbeit auf

Seniorenbeirat VG Simmern-Rheinböllen
Foto: Verbandsgemeinde Der neue Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde wird geleitet von Schriftführerin Franziska Reinhardt, dem Vorsitzenden Werner Lenhard, seiner Stellvertreterin Gabriele Frank und der stellvertretenden Schriftführerin Helga Wendling (vorne von rechts)

Nach der Fusion von Simmern und Rheinböllen hat nun die neue Verbandsgemeinde wieder einen Seniorenbeirat. Werner Lenhard wurde bei der konstituierenden Sitzung zum Vorsitzenden gewählt. Der Aufstellung der Mitglieder war aber aufgrund einer „höchst umstrittenen Person“ ein kleiner Eklat vorausgegangen.

Der Seniorenbeirat hat es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, ältere Menschen und deren Anliegen in den Kommunen zur Sprache zu bringen und zu vertreten. Er will zudem als Anlaufstelle für Unterstützung, Beratung, Hilfe und Engagement dienen. Dazu wird es monatliche Sprechstunden in der Hunsrückhalle geben (jeden zweiten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr).


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Der Seniorenbeirat besteht aus 17 Mitgliedern, die zur Sicherstellung der regionalen Ausgewogenheit aus beiden Städten und vielen Ortsgemeinden kommen. Verbandsbürgermeister Michael Boos gratulierte den Vorstandsmitgliedern zum Wahlsieg, bedankte sich bei den Mitgliedern des Seniorenbeirats für die Bereitschaft der Mitarbeit und wünschte allen Beteiligten eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Bereitschaft zur Mitarbeit hatten im Vorfeld aber auch drei andere Kandidaten aus Simmern signalisert und waren bereits vom Stadtrat zur Wahl durch den Verbandsgemeiderat aufgestellt worden. Dort regte sich Widerstand. Willi Bohn (Grüne) beantrage eine geheime Abstimmung, weil „sich unter den Kandidaten zumindest eine höchst umstrittene Person“ befände. Bei zwei Enthaltungen und zehn Gegenstimmen entschieden sich die Räte für eine geheime Wahl in der nächsten Präsenzsitzung.

Renate Bäcker, Jutta Rosenzweig und Andreas Hoppe – die Nominierten aus Simmern – hatten sich daraufhin mit einem offenen Brief an Verbandsbürgermeister Michael Boos gewandt und ihre Kandidatur zurückgezogen. Die Vorkommnisse in der Sitzung müssten von allen, die ehrenamtlich tätig werden wollen, „wie ein Schlag ins Gesicht empfunden werden“, schrieben sie.

Willi Bohn ging in der folgenden Sitzung zum Gegenangriff über. Weil das Schreiben geheime Abstimmungen bei Wahlen als etwas völlig Unakzeptables und für Kandidaten diskriminierend darstelle, erklärte er seinen Antrag und nannte dabei Andreas Hoppe als die „höchst umstrittene Person“.

Dieser beschäftige sich regelmäßig mit neuen kommunalen Aufsichtsbeschwerden und belehrenden Anfragen zu banalen Sachverhalten und belästigte oder halte damit Verwaltung und Bürgermeister in Trab. „Ratsmitglieder erhalten beleidigende Briefe, wenn sie sich negativ zu diesen Aktivitäten des Herrn äußern. Genau diese Szenerie möchte ich im Seniorenbeirat nicht haben. Unsere älteren Bürger haben bessere Vertreter verdient, als einen solchen Kandidaten“, sagte Bohn. „Für mich ist dieser Herr nicht wählbar.“

So kam es dann auch: War es Simmerns Bürgermeister Dr. Andreas Nikolay beim ersten Anlauf noch schwergefallen, überhaupt die vier von Simmern zu entsendenden Seniorenbeiräte aufzustellen, war die Liste samt Ersatzpersonen jetzt prall gefüllt. „Aus der Mitte des Stadtrates“ seien ihm die Kandidaten vorgeschlagen worden, schrieb Nikolay in der Beschlussvorlage.

Neben den beiden Stadträten Friedhelm Schüler (SPD) und Hermann-Josef Loskill (anStadt-Liste) stellten sich auch Axel Schreiner und Hans Werner Johann zur Wahl. Als Ersatzpersonen wurden Otto Prochnow, Hans-Eckhard Gallo (FDP), Dieter Langkammerer (anStadt-Liste), Willi Bohn (Grüne) aufgestellt.

Im Verbandsgemeinderat wurden dann der Seniorenbeirat offen und en bloc einstimmig gewählt. Nach dieser Episode beginnt jetzt für die Seniorenbeiräte die Arbeit: Es sollen zusätzliche Arbeitsgruppen gebildet und in Fragen des Wohnens im Alter, bei Pflegebedarf und zur Barrierefreiheit beraten werden.


Korrektur: In einer früheren Version des Artikels schrieben wir, dass die drei Kandidaten dabei geblieben seien, nicht mehr zur Wahl zu stehen. Dies ist nicht richtig, vielmehr hätten die Kandidaten nach eigener Aussage darum gekämpft, weiter als Seniorenbeirat aufgestellt zu werden.

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