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Reifen ohne Profil

Rollender Schrotthaufen am Rastplatz Hellerwald gestoppt

Rollender Schrotthaufen auf A61 gestoppt
Foto: Verkehrsdirektion Koblenz

Kontrolle in letzter Sekunde: Auf der A61 wurde von der Verkehrsdirektion Koblenz ein Lkw aus dem Verkehr gezogen, der so massive Beschädigungen aufwies, dass es jederzeit zu einem verheerenden Unfall hätte kommen können.

Die Kontrolleure staunten am Donnerstagnachmittag nicht schlecht, als sie den Laster auf dem Rastplatz Hellerwald begutachteten: Die Trittstufe zur Kabine auf der Fahrerseite fehlte völlig, hervorstehende Eisenstreben bedeuteten eine dauerhafte Verletzungsgefahr. Außerdem wies die Aufbauplane diverse Risse auf.


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Die Beleuchtung des Lasters war teilweise defekt, gebrochene, scharfkantige Plastikteile ragten von der Karosserie ab. „Das 20 Jahre alte Fahrzeug machte insgesamt einen technisch desolaten Eindruck“, fasste die Verkehrsdirektion zusammen.

Wirklich entsetzt waren die Kontrolle aber über die Bereifung: Mehrere Reifen des Fahrzeugs waren ohne ausreichendes Profil oder zeigten nicht unerhebliche Beschädigungen. An der Vorderachse war der Reifen auf der Fahrerseite komplett ohne Profil und es war bereits der Stahlgürtel sichtbar.

„Im Fahrbetrieb hätte insbesondere dieser Reifen bei entsprechender Belastung jederzeit platzen und in direkter Folge zu einem nicht unerheblichen Unfallereignis mit dem beladenen LKW führen können“, schreibt die Direktion.

Der Transporter wurde im Anschluss bei einer Prüforganisation vorgestellt, die außer den offensichtlichen Mängeln noch Schäden an der Bremsanlage feststellte.

Auch ansonsten nahm es der 52-jährige Lasterfahrer, der auch Halter des Fahrzeugs ist, mit den Vorschriften nicht so genau: Nicht nur, dass die rund zehn Tonnen Kunststoffmaterial auf der Ladefläche völlig ungesichert verladen waren, er konnte wegen falscher Blätter im Fahrtenschreiber auch seine Lenk- und Ruhezeiten nicht nachweisen. Ihn erwarten jetzt diverse Anzeigen.

Die Beamten kassierten die Zulassung und die Kennzeichen des Fahrzeugs ein, um eine Weiterfahrt zu verhindern. Aufgrund der Vielzahl der Mängel soll der Laster nicht in Deutschland repariert und mit einem Abschleppfahrzeug abtransportiert werden. Die Verkehrspolizisten gaben lediglich an, dass der Fahrer aus Westeuropa stamme.

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