Anzeige
Plus_artikelPOLITIK
Nach Insolvenz des Mutterkonzerns HNA Group

Politiker fordern Klarheit und Umdenken am Hahn

Mutterkonzern des Flughafens Hahn ist pleite
Foto: Annabelle Eikhorst Mutterkonzern des Flughafens Hahn ist pleite

Die Meldung über die Zahlungsunfähigkeit der chinesischen HNA Group ging am Freitag um die Welt: Hatte sich der Mischkonzern doch noch 2017 auf einer globalen Einkaufstour befunden, bei der auch Anteile der Deutschen Bank, der Swissport und dem Flughafen eingesammelt wurden.

Im rheinland-pfälzischen Landtag sorgte die Nachricht schon für Turbulenzen: Die CDU-Abgeordnete Karina Wächter stellte eine parlamentarische Anfrage an die Regierung. Die Grünen im Kreis sehen den strategischen Fehler weiter in der Vergangenheit.


Anzeige

82,5 Prozent der Anteile am Flughafen Hahn sind in der Hand der HNA Group, den Rest hält das Bundesland Hessen. Der Konzern teilte lediglich mit, ein Gläubiger habe beim Obersten Volksgericht der Provinz Hainan einen Antrag auf Reorganisation des Unternehmens gestellt.

Die regionale CDU-Landtagsabgeordnete Karina Wächter erklärte: „Noch ist unklar, was das für den Flughafen Hahn konkret bedeutet.“ Es gehe aber um viele Arbeitsplätze in der Region. Wächter: „Ich möchte ein Zukunftskonzept für die Hunsrück-Region: Wir wollen den Flughafen Hahn sichern und das Gewerbe auf dem Flughafengelände entwickeln.“

Sie forderte, dass die Landesregierung jetzt Klarheit schaffen müsse. Gleichzeitig hat sie eine kleine Anfrage gestellt, um genauere Informationen zu erhalten.

Differenzierter äußerste sich Ralf Kauer von den Kirchberger Grünen, der im März für den Landtag kandidiert: Wie sich die Insolvenz auf den Flughafen auswirken werde, bleibe abzuwarten, alles sei möglich zwischen Stilllegung, Verkauf und langfristigem Ausbau als Teil der „Neuen Seidenstraße“.

„Die Insolvenz zeigt einmal mehr, dass es ein Fehler war und ist, das sogenannte ‚nicht fluggebundene Potenzial‘ des Flughafens zu entwickeln“, sagte Kauler gegenüber Hunsrück News. Es sei versäumt worden, die Möglichkeiten des gesamten Areals auszuloten. Er meint damit den Aufbau eines Meisterzentrums, eine Hochschule ähnlich des Umweltcampus bei Birkenfeld sowie die Entwicklung gewerblicher Flächen.

Kauler: „Vieles davon ist heute nur noch schwer umzusetzen“, es sollte aber an der Entwicklung der teilweise heruntergekommenen Flächen gearbeitet werden.

Unterdessen hat das Land Hessen klargestellt, dass er sich für den Flughafen Hahn nicht verantwortlich fühlt, wie die „Rheinpfalz“ berichtet. Die Flughäfen Frankfurt und Kassel sollen mit Millionenhilfen gestützt werden, der Hahn, der zu 17,5 Prozent noch dem Land gehört, geht leer aus.

Auch interessant
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"