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Impfstart in Simmern ab 7. Januar

Noch keine mobilen Impf-Teams im Kreis im Einsatz

Foto: Rido81 Vor allem die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sollten zuerst geimpft werden – von mobilen Teams

Nach nur 36 Stunden musste das Land Rheinland-Pfalz seine Impfstrategie über den Haufen werfen: Weil zu wenige Altenheime den mobilen Teams ihre Impfbereitschaft gemeldet hatten, wurde der Start der Impfzentren auf den 7. Januar gelegt, vier Tage früher als ursprünglich geplant. Im Kreis sind bislang noch keine Impfungen erfolgt.

Weil Rheinland-Pfalz nur einige Tausend Impfdosen zum Start erhalten hatte, wurde die Impfung auf die Kreise und Städte fokussiert, die eine besonders hohe 7-Tage-Inzidenz am 16. Dezember aufwiesen. Der Rhein-Hunsrück-Kreis fiel mit einer Inzidenz von weit unter dem Durchschnitt aus dem Raster.

In der Zwischenzeit sind weitere Impfstoff-Lieferungen eingetroffen, sodass seit Montagabend grundsätzlich in allen Alten- und Pflegeheime geimpft werden kann, in denen Impfbereitschaft besteht.

Und genau hier ist das Problem: Das Deutsche Rote Kreuz hat noch keine Einrichtung aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis auf dem Einsatzplan für die mobilen Teams vermerkt. Schlicht, weil die Heime noch die nötigen Impfunterlagen zusammenstellen müssen.

„Wir sind in der Vorbereitung, die Meldung der Impfbereitschaft bedeutet einen hohen administrativen Aufwand“, sagte Susanne Hilbertz von der Stiftung Kreuznacher Diakonie gegenüber Hunsrück News. Die kirchliche Stiftung betreibt in Simmern und in Sohren ein Altenheim. „Wir rechnen damit, dass Mitte Januar die ersten Imfungen in unseren Häusern erfolgen werden.“

Foto: Staatskanzlei RLP / Frey Ministerpräsidentin Malu Dreyer (2.v.l.) und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (l.) beim Auftakt der Schutzimpfungen im Alten- und Pflegeheim „Maria vom Siege“ in Koblenz

Auch die beiden Häuser der Gesellschaft für ambulante und stationäre Altenhilfe (GFAmbH) in Kastellaun und Beltheim konnten die Impfbereitschaft noch nicht an das DRK melden. „Wir sind mit Hochdruck dabei, die nötigen Unterlagen zusammenzustellen“, erklärte Pressesprecherin Hannah Müller, „es muss die Impfzustimmung eingeholt werden und gegebenenfalls auch bei Betreuern oder Angehörigen eine Einverständniserklärung.“

Die Erfahrungen der ersten Tage hätten gezeigt, dass es – auch aufgrund der Feiertage – in den Einrichtungen zunächst etwas länger gedauert habe, die Impfbereitschaft herzustellen, erklärte auch das Gesundheitsministerium.

Aktuell sind 98 Einrichtungen im gesamten Bundesland impfbereit. Die Impfungen erfolgen entweder über die mobilen Impfteams oder in Eigenorganisation der Einrichtungen.

„Da es uns wichtig ist, die vorhandenen Impfdosen schnellstmöglich zu verimpfen, werden wir den Start der Impfzentren in Rheinland-Pfalz vom 11. auf den 7. Januar vorziehen“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Foto: Screenshot Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin zog eine positive Bilanz des Impfstarts

Bereits am 4. Januar beginnt die Terminvergabe über die Telefonnummer 0800 / 57 58 100 oder über die Internetseite www.impftermin.rlp.de.

Priorisiert wird dabei gemäß der Corona-Impfverordnung des Bundes die Gruppe der über 80-Jährigen und auch beispielsweise der Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste oder Rettungsdienste. Das Land will alle über 80-Jährigen per Brief anschreiben und sie über die Impfmöglichkeiten informieren.

Die Impfbilanz bislang: In den ersten drei Tage wurden 2284 Menschen in 23 Einrichtungen geimpft. 45 Prozent davon waren Mitarbeiter der Alten- und Pflegeheime.

Die beiden Corona-Hotspots im Landkreis melden weiter hohe Covid19-Zahlen: Im Altenheim „Haus Ursula“ in Gemünden sind aktuell 58 Bewohner und 14 Mitarbeiter infiziert. Im Hildegard-von-Bingen-Altenheim in Simmern sind es 19 Bewohner und sieben.

Die Pandemie scheint unterdessen den zweiten Höhepunkt der zweiten Welle überschritten zu haben. Nach einer 7-Tage-Inzidenz von knapp 140 am 8. November stieg diese Zahl nach kurzer Talfahrt zu Weihnachten noch einmal auf über 196 an. Jetzt sinkt die Kurve wieder.

Die Ministerin appellierte abschließend: „Jede Impfung trägt dazu bei, Leben zu schützen. Unsere Gesellschaft ist auch in diesem Punkt auf unsere Solidarität angewiesen. Bitte lassen Sie uns alle dazu beitragen, dass in Rheinland-Pfalz der Slogan der bundesweiten Kampagne gelebt wird:#ÄrmelhochRLP.“

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