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Fußball-Verbandspräsident Desch

„Nichtbestrafung von Jakobs ist nicht vorstellbar“

Vor der Revisionsverhandlung: JFV-Macher denkt schon an Schiedsgericht und Gnadengesuch

Das Präsidium des Fußballverbandes Rheinland hat wie angekündigt einen Antrag auf Revision beim Verbandsgericht gestellt. Das Urteil gegen Jörg Jakobs, den Geschäftsführer des Jugendfördervereins Rhein-Hunsrück, soll neu verhandelt werden. Dieser denkt schon einen Schritt weiter: „Ich habe das Verbands-Schiedsgericht angerufen“, erklärte er gegenüber Hunsrück News.

„Ich habe einen Fehler begangen, dafür nehme ich eine Strafe hin, aber nicht so“, erklärte Jakobs. Vor allem die Höhe der Strafe erscheint ihm unverhältnismäßig. „Das alles ist eine Farce, ich mache Jugendfußball im Ehrenamt und bin kein Verbrecher.“


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Jakobs hat seine Stellungnahme für das Verbandsgericht bereits in Arbeit, diese kann er bis zum 12. Dezember einreichen. Er will auf eine mündliche Verhandlung verzichten.

Ihm war in erster Instanz von der Kreisspruchkammer Hunsrück/Mosel verboten worden, für zwei Jahre als Trainer und Funktionär tätig zu sein. Der Vorwurf: Spielmanipulation. Dagegen hatte Jakobs Einspruch eingelegt und die Bezirksspruchkammer hatte in einer Revisionsverhandlung das Urteil kassiert. Der Vorwurf der Spielmanipulation war vom Tisch, er darf aber bis März 2022 nicht als Trainer arbeiten.

Norbert Weise, Rechtswart des Fußballverbandes Rheinland, erklärte gegenüber Hunsrück News: „Der Revisionsantrag gründet auf einer sogenannten Aufklärungsrüge. Das heißt, es haben sich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die vorhergehenden Instanzen nicht alle Beweise, die ihnen zur Verfügung gestanden hätten, auch erhoben bzw. voll genutzt haben.“

Was er meint: Die Gerichte hätten bei weiteren Ermittlungen erkennen können, dass Jakobs’ Verstöße über das hinausgegangen sind, was die Staffelleiterin dem Verband gemeldet hatte. Die hatte berichtet, dass in sechs Spielen jeweils zwei Kicker der E-Jugend ohne Spielberechtigung eingesetzt wurden.

„Es gibt Anhaltspunkte für die Annahme, dass in den Spielen zum Teil deutlich mehr als nur zwei Spieler ohne Spielberechtigung eingesetzt worden waren. Das sind für das Präsidium neue Umstände, die nicht ignoriert werden können“, erklärte Norbert Weise. Dem Verband sei es wichtig, dass der Sachverhalt von der unabhängigen Sportgerichtsbarkeit aufgearbeitet werde.

Jörg Jakobs glaubt zu wissen, woher diese Verdachtsmomente kommen: „Die haben sie von mir. Ich habe doch, naiv wie ich war, in der Verhandlung der Bezirksspruchkammer erklärt, dass am ersten Spieltag die ganze Mannschaft ohne Pässe angetreten ist.“ Das sei dem Umstand geschuldet gewesen, dass er erst eine Woche vor Saisonstart einen Verein für seine E-Jugend gefunden habe – nach endlosen Querelen mit dem Kreisverband.

Verbandspräsident Walter Desch sagte zu Hunsrück News: „Die Integrität des Wettbewerbs ist das A und O, wenn die nicht gegeben ist, dann können wir den Laden dichtmachen.“

Und Desch fügte hinzu: „Völlig egal, wie das ausgeht, auch das Schiedsgericht, eine Nichtbestrafung von Jakobs ist nicht vorstellbar.“

Auch ein Gnadengesuch, das Jakobs als letzten Ausweg gegenüber Hunsrück News ins Spiel brachte, sieht Desch kritisch: „Das ist kein Thema derzeit, aber es entspricht nicht meinem Rechtsempfinden nach etwaigen Urteilen jemanden freizusprechen.“

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