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Nach Großbrand im Dezember 2020

Mittelteil der Bad Salziger Grundschule soll abgerissen werden

Tag 2 nach dem Inferno in Bad Salzig
Foto: Dirk Eikhorst Der Wiederaufbau des abgebrannten Mittelteils ist nach Ansicht des Statikers mit höheren Kosten verbunden als der Neubau

Als am 28. Dezember 2020 die Grundschule in Flammen aufging, war nicht nur bei den 115 Schülern das Entsetzen groß: Das Gebäude stand in Vollbrand, 80 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, Einsturzgefahr. Drei Jugendliche hatten im Pausenhof gezündelt, dabei eine Sitzgruppe in Brand gesteckt.

Jetzt steht der Plan für den Wiederaufbau der Grundschule in Bad Salzig: Der vom Brand stark beschädigte Mittelteil des Gebäudes soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Stadt Boppard nutzt zudem die Chance zur Komplettsanierung der Schule.

„Wir haben als Eigentümerin der Schule eine Abtretungserklärung unterschrieben, damit die Versicherung ein Abbruchunternehmen beauftragen kann“, erklärte Bürgermeister Dr. Walter Bersch gegenüber Hunsrück News. Am 7. Juni habe es einen Ortstermin an der Brandruine gegeben, bei dem sich herausgestellt habe, dass eine Sanierung des mittleren Gebäudeteils nicht wirtschaftlich sei.

Dr. Bersch weist aber darauf hin, dass diese Einschätzung auf einer Kostenpeilung des Statikers hin erfolgt sei. Wolfgang Elpel, der Bausachverständige der Brandschutzversicherung, erklärte, er warte noch immer auf das abschließende Wirtschaftlichkeitsgutachten. Dies stellt die Kosten für Sanierung und Neubau auf den Cent genau gegenüber.

Elpel erklärte gegenüber Hunsrück News, dass sich die Stadt zu einem Abriss entschlossen habe. Er wies darauf hin, dass noch in Abklärung sei, ob ein eventueller Differenzbetrag zu einem gegebenenfalls wirtschaftlicheren Neubau übernommen werde. Dazu Bersch: „Es gibt die Aktenlage und es gibt den gesunden Menschenverstand. Der Mittelteil der Schule wird abgerissen werden.“

Das günstigste Angebot hatte das Abbruchunternehmen Hennchen aus Bell-Krastel gegenüber dem Planungsbüro abgegeben. Wann die Bagger aber genau anrollen werden, konnte Otmar Hennchen nicht sagen. Dies ist wahrscheinlich auch dem noch zu erteilenden Auftrag von der Versicherung geschuldet.

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Klar hingegen ist, dass die Stadt die Chance nutzt, um die erhaltenen Gebäudeteile zu sanieren. Die zehn Klassenräume sollen in diesem Zuge modernisiert werden, zwei zusätzliche Toilettenräume werden geschaffen. Dafür hatte Bersch einen Fördermittelbescheid des Innenministers erhalten. „Den Rest können wir gegenfinanzieren, weil wir bei dem Neubau der Turnhalle für die Michael-Thonet-Schule Mehreinnahmen haben“, sagte Bersch.

Das Verfahren gegen die drei mutmaßlichen Brandstifter (13 bis 15 Jahre) wurde zwischenzeitlich von Staatsanwaltschaft Koblenz eingestellt. „Nach dem Ergebnis der Ermittlungen besteht gegen die beiden jugendlichen Beschuldigten kein hinreichender Tatverdacht. Dies bedeutet, dass den beiden Beschuldigten nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit nachzuweisen war, dass sie in strafrechtlich relevanter Hinsicht für den Brand verantwortlich waren“, erklärte Oberstaatsanwalt Thorsten Kahl. Der dritte mutmaßliche Tatverdächtige war noch strafunmündig.

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