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Bröhr zum Raumordnungsverfahren

Landrat: »Gute Entwicklung für alle Brückenbefürworter

„Siegerentwurf“ für die Brücke über den Rhein
Foto: heneghan peng architects „Siegerentwurf“ für die Brücke über den Rhein

Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat das Raumordnungsverfahren für eine Brücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen offiziell eingeleitet: 1819 Seiten umfassen die öffentlich zugänglichen Unterlagen – der Landesbetrieb Mobilität schlägt vor, die Querung in Tieflage nördlich der beiden Städte zu realisieren.

„Wichtig ist, dass wir jetzt im Verfahren drin sind, die ganzen sehr umfangreichen Vorarbeiten sind abgeschlossen und so weit waren wir mit Blick auf die Mittelrheinbrücke noch nie“, sagte der Innenminister beim Termin in St. Goarshausen.


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Zwei Jahre haben die vorbereitenden Arbeiten gedauert: Zahlreiche Papiere wie eine Umweltverträglichkeitsstudie, eine faunistische Sonderuntersuchung, eine schalltechnische Untersuchung oder das Gutachten zur visuellen Wirkung der verschiedenen Querungsvarianten wurden angefertigt.

Marlon Bröhr, der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, sagte zu Hunsrück News: „Die Eröffnung des Raumordnungsverfahrens ist eine gute Entwicklung für alle Befürworter der Mittelrheinbrücke – und deshalb auch für mich!“

Er fügte hinzu: „Die Frage der Baulastträgerschaft wird in den nächsten Jahren im Laufe der Verfahren, insbesondere dem Planfeststellungsverfahren, geklärt werden. Dies gilt es nun in Ruhe abzuwarten.“

„Siegerentwurf“ für die Brücke über den Rhein - Zeichnung
Foto: heneghan peng architects In einem leichten Bogen soll sich die Brücke über den Rhein spannen

Denn jetzt geht es erstmal darum, den Trägern öffentlicher Belange – das sind beispielsweise Behörden, aber auch Energieversorger, die Bahn, Feuerwehr und Rettungsdienst – die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben. Auch die Öffentlichkeit wird dies können.

Das ganze Verfahren wird nach „Abwägung der betroffenen Belange und der Vorlage der Entscheidung des Unesco-Welterbekomitees“ abgeschlossen. Das Ministerium schätzt, dass dies wegen der Bedeutung des Oberen Mittelrheintals rund 1,5 Jahre dauern wird. Dreimal so lang wie üblich.

Wenn dann der Raumplanerische Entscheid ausgestellt ist, könnte die nächste Etappe starten – das Planfeststellungsverfahren. Könnte! Denn aus dem Entscheid aus dem Raumordnungsverfahren kann keine Pflicht abgeleitet werden, die Brücke auch zu bauen.

Blickt man in die Zukunft, dann sollten nach dem Vorschlag des Landesbetriebs Mobilität in einigen Jahren zwischen St. Goar-Fellen und St. Goarshausen-Wellmich Fahrzeuge über eine flache, leicht geschwungene Brücke rollen.

Diese Variante konnte sich in der Summe der bewerteten Kriterien gegen einen Tunnel, eine flache Brücke direkt am Hafen in St. Goar und eine Hochbrücke in Stadtlage durchsetzen.

„Siegerentwurf“ für die Brücke über den Rhein - Blick vom Wasser
Foto: heneghan peng architects Die geschwungene Form soll die Weinberge widerspiegeln

Der Favorit, der auch als „Siegerentwurf“ aus dem internationalen Architektenwettbewerb bekannt geworden ist, sieht vor, dass eine 580 Meter lange Brücke mit einer Breite von zwölf Meter über den Rhein gespannt wird. Eine rund 150 Meter breite Fahrrinne entsteht zwischen den Brückenpfeilern.

„Trotz der punktuell aus dem Überbau herausragenden, schräg liegenden Flügel wirkt das Bauwerk insgesamt durch die niedrige Überbauhöhe, die gerade Untersicht und die Schlangenlinienform sehr filigran“, heißt es im Erläuterungsbericht des Landesbetriebs Mobilität.

„Diese konstruktiven Flügel sollen die wellenförmigen Weinberge des Mittelrheintals widerspiegeln und die optische Beeinflussung gering halten. Ein Anstrich in hellem Grau soll ein nahtloses Einbinden in die Umgebung bewirken.“

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