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Zweite Notbremse seit 0 Uhr in Kraft

Landrat Bröhr: „Ausgangssperre nicht zweckmäßig“

Landrat Bröhr fordert Impfpflicht für Pflegekräfte
Foto: Dirk Eikhorst Landrat Bröhr im Impfzentrum in Simmern

Seit 0 Uhr gilt im Rhein-Hunsrück-Kreis die neue Allgemeinverfügung mit einer Ausgangssperre, weil die 7-Tage-Inzident fünf Tage lang über dem Wert 100 lag. Landrat Marlon Bröhr hatte bei der Landesregierung versucht, dies abzuwenden und wurde schließlich per Erlass dazu gezwungen, die Ausgangssperre in Kraft zu setzen. Im Interview mit Hunsrück News erklärt er seine Gegenwehr.

Hunsrück News: Warum haben Sie bei der Landesregierung gegen den Erlass einer Ausgangssperre insistiert?

Dr. Marlon Bröhr: „Weil ich eine Ausgangssperre weder für zweckmäßig noch für verhältnismäßig erachte! Denn wir haben überhaupt keine Hinweise darauf, dass das kreisweite Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit Infektionen steht, die sich in den Nachtstunden ergeben haben. Ganz im Gegenteil. Ich halte einen solchen Grundrechtseingriff insgesamt für inakzeptabel.“


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Wer darf jetzt noch was? Hier können Sie die Bestimmungen der neuen Allgemeinverfügung nachlesen.

Was wären in Ihren Augen die geeigneten Maßnahmen, um die Eindämmung zu erreichen?

Bröhr: „Impfen, impfen und nochmals impfen! Und insgesamt der Pandemie mit mehr Maß und Mitte begegnen. Die Bürger wissen, wie Sie sich schützen können.“

Wie bewerten Sie die Inzidenz-Zahlen der letzten Tage: Ist der drastische Rückgang auch mit den Ostertagen zu erklären?

Bröhr: „Sicherlich ist das auch ein Faktor. Aber richtig ist: Wir liegen unter einem Inzidenzwert von 100 und damit etwas über die Hälfte unter den Werten vom Dezember. Gleichzeitig sind die schwer Erkrankten und Verstorbenen in einem noch sehr viel stärkeren Maß rückläufig. Leider gilt das aber nicht für die Aufregung im Zusammenhang mit dieser Thematik!“


Der Eifelkreis Bitburg-Prüm stand am Dienstag vor der gleichen Situation wie der Rhein-Hunsrück-Kreis. Die 7-Tage-Inzidenz lag auch hier seit fünf Tagen über 100 – und am selben Tag wurde entsprechend eine Allgemeinverfügung erlassen. Allerdings ohne die Ausgangssperre. Der Kreis teilte am Donnerstag allerdings mit, dass auf Druck des Staatssekretärs im Gesundheitsministerium eine Ausgangssperre zum 11. April erlassen wurde.

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