POLITIK
Land lehnt Förderantrag ab

Landkreis will Radwegekonzept selbst finanzieren

Der Rhein-Hunsrück-Kreis soll eine Radwegenetz bekommen, dass auch für den Alltagsverkehr geeignet ist
Foto: Rudmer Zwerver Der Rhein-Hunsrück-Kreis soll eine Radwegenetz bekommen, dass auch für den Alltagsverkehr geeignet ist

Der Schinderhannes-Radweg, der auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Simmern, Kastellaun und Emmelshausen verläuft, sei das „Filetstück“ des Kreisradwegenetzes, schreibt die Verwaltung. Aber der rund 38 Kilometer lange Radweg hat quasi nur touristische Bedeutung.

Jede Kommune, die sich den Kampf gegen den Klimawandel auf die Fahnen schreibt, muss versuchen, den CO2-Ausstoß zu verringern. Runter von der Straße und rauf aufs Rad heißt die Devise …

Im Rhein-Hunsrück-Kreis fehlt es an einem Radwegenetz, das für den Alltagsverkehr ausgelegt ist. Das soll sich ändern: Der Kreis hält trotz der Förderabsage aus Mainz daran fest, für rund 100 000 Euro ein Konzept erstellen zu lassen.

Bereits im Dezember 2020 hatte der Kreistag beschlossen, dass bis Ende 2021 ein durchgängiges Radverkehrskonzept mit starkem Fokus auf Alltagsfahrten im Rhein-Hunsrück-Kreis erstellt wird. Es soll den Radverkehr innerhalb und auch zwischen den Verbandsgemeinden und Kommunen ermöglichen, Lücken im vorhandenen Netz schließen und alle Orte anbinden.

Das Problem: „Im Kreis gibt es ein rund 470 Kilometer umfassendes, touristisches Radwegenetz. Im Alltagsverkehr wird das Fahrrad aber bislang eher selten genutzt. Viele vorhandene Strecken führen über unbefestigte Wirtschaftswege oder es fehlt an direkten und sicheren Verbindungen zwischen Gemeinden.


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Der einstimmig beschlossene Antrag der Grünen-Fraktion fordert, dass das Radfahren mit geeigneten Maßnahmen sicherer und attraktiver gemacht wird – auch in Kombination mit dem ÖPNV. Straßenbegleitende Radwege, Schnellwege, Querungshilfen, Fahrradabstelleinrichtungen und Schutzstreifen sollen bereits in der Planungsphase von Straßenbauprojekten berücksichtigt werden.

Zur Erstellung eines entsprechenden Konzepts wurde ein Förderantrag beim Verkehrsministerium im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE eingereicht. Am 30. April kam die Absage. „Im Vergleich zu anderen eingereichten Förderprojekten hat das Vorhaben nicht genügend Bewertungspunkte erreicht“, heißt es im Bericht von Landrat Marlon Bröhr.

23 Projekte fördert das Ministerium: darunter die Radwegekonzepte der Landkreise Ahrweiler, Alzey-Worms und Bad Dürkheim. „Wir stärken den Radverkehr im ländlichen Raum und machen das Radfahren für Bewohner, Pendler und Touristen attraktiver. Die Radwegeprojekte dienen der Entwicklung der Regionen und steigern die Lebensqualität der Bevölkerung“, sagte Staatsminister Dr. Volker Wissing.

Nach der Absage aus Mainz will der Landkreis jetzt selbst den Radverkehr im ländlichen Raum stärken und das Konzept ohne Förderung erstellen lassen. Die entsprechende Ausschreibung soll zeitnah vorbereitet werden.

Im ersten Schritt soll eine Inventur des bestehenden Radwegenetzes vorgenommen werden – und dabei auch auf die Ergebnisse einer Online-Befragung zurückgegriffen werden, bei der die Bürger im Sommer 2020 Hinweise und Wünsche zur Verbesserung des Radwegenetzes geben konnten. 770 Meldungen von über 400 Bürgern kamen so zusammen – ein Erfolg, der auch beweist, dass der Kreis hier an richtiger Stelle investiert.

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