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POLITIK
150-Millionen-Euro-Projekt

1 Gbit/s: Kreis will superschnelles Internet für alle

Internet Breitbandausbau Glasfaser
Foto: poungsaed_eco

Als 2017 die Bundesregierung das „Weiße-Flecken-Programm“ ins Leben rief, sollten flächendeckend Internetgeschwindigkeiten von über 50 Mbit/s bereitgestellt werden. Dieses Projekt wurde im Rhein-Hunsrück-Kreis gerade abgeschlossen – nur noch vereinzelte Alleinlagen bilden Ausnahmen.

Mit dem „Graue-Flecken-Programm“ soll jetzt bis 2025 der Internet-Turbo gezündet werden: Der Breitbandausbau soll dann Datenraten von 1000 Mbit/s zum Standard machen. Bis zu 150 Millionen Euro sollen dazu im Rhein-Hunsrück-Kreis investiert werden – zum großen Teil getragen von Land und Bund. Landrat Marlon Bröhr drängte, schnellstmöglich einen Förderantrag zu stellen.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat nach Informationen des Kreises die Richtlinie „Förderung zur Unterstützung des Gigabitausbaus der Telekommunikationsnetze in der Bundesrepublik Deutschland“ erlassen, die im zweiten Quartal 2021 in Kraft treten soll. Das Land will eine ergänzende Förderrichtlinie erlassen.


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Damit könnte der Kreis beim Gigabitausbau auf eine Förderquote von 90 Prozent kommen (50 % Bund und 40 % Rheinland-Pfalz). Von den 120 bis 140 Millionen Euro, die das Projekt nach erster vorsichtiger Schätzung von Landrat Bröhr kosten könnte, bliebe ein Zehntel selbst zu schultern. Maximal könnten dies 15 Millionen Euro sein, da das Programm entsprechend gedeckelt ist.

Auch beim ersten Ausbauprogramm hatte der Kreis die organisatorische Führung übernommen. Jetzt soll aber auch der Eigenanteil des Programms nicht auf die Gemeinden abgewälzt werden. „Ich bin zuversichtlich, dass sich der Kreis dies leisten kann, ohne, dass wir Kredite aufnehmen müssen“, erklärte der Landrat.

Die Förderrichtlinie sieht unter anderem vor, dass nur solche Gebiete ausgebaut werden können, in denen Endkunden nicht zuverlässig über 100 Mbit/s verfügen. Die Kreisverwaltung erklärte dazu, dass weite Teile des Kreisgebietes derzeit nicht mit solchen Bandbreiten versorgt seien, sodass ein „zeitnah umzusetzendes Projekt die Situation der Breitbandverfügbarkeit massiv verbessern würde“.

Wolfgang Wagner bezeichnete in der jüngsten Kreisausschusssitzung schnelles Internet als den „Schlüssel zur Entwicklung des Kreises“. Dies sei wichtig als Wettbewerbsvorteil für die heimischen Unternehmen und die Lebensqualität der Bürger.

Obwohl die Förderprogramme noch nicht final aufgesetzt sind, drängte Bröhr zur Eile: „Wenn wir erst in der dritten oder vierten Förderrunde dabei sind, dann ist vielleicht kein Geld mehr da.“ Der Kreisausschuss machte den Weg für die Vorbereitung des Förderantrags einstimmig frei, jetzt muss nur noch der Kreistag grünes Licht geben.

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