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Inzidenz über 50

Kreis erlässt Allgemeinverfügung – die Details

Geschäfte müssen wieder schließen
Foto: Dragp Bestimmte Geschäfte müssen wieder schließen und zum Terminshopping zurückkehren

Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium eine Allgemeinverfügung zum Schutz gegen Corona erlassen. Das würde nötig, weil die 7-Tage-Inzidenz seit dem 17. März über 50 liegt. Hunsrück News erklärt die neuen Corona-Regeln.

Dass der Kreis, die Corona-Notbremse wird reinhauen müssen, zeichnete sich schon am Wochenende ab. Jetzt hat Landrat Marlon Bröhr gehandelt: Ab Mittwoch 0 Uhr gelten wieder verschärfte Regeln, weil die erhöhte Inzidenz nicht auf ein klar abgrenzbares Infektionsgeschehen zurückzuführen war. Anders als noch vor einigen Wochen zeichnen sich eben keine Hotspots wie etwa Altenheime ab.


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„Die Maßnahmen sind geeignet und verhältnismäßig, um Infektionsketten zu unterbrechen und eine weitere Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 im Rhein-Hunsrück-Kreis einzudämmen“, schreibt die Kreisverwaltung in der Allgemeinverfügung.

Marlon Bröhr hatte am Wochenende noch gegenüber Hunsrück News angedeutet, dass er um die Ausgestaltung der Allgemeinverfügung mit dem Ministerium verhandeln wolle: „Ich bin ja eher ein Freund des Weniger“, sagte er. Daraus wurde nichts, weil die am Samstagabend veröffentlichte Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes keinen Spielraum lasse, die daran angehängte Muster-Allgemeinverfügung sei so vorgeschrieben, erklärte Doris Becker, die Pressesprecherin des Landkreises.

Folgende Maßnahmen wurden angeordnet:

  • Bestimmte gewerbliche Einrichtungen müssen zum Termin-Shopping zurückkehren, hierbei gilt: Pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche darf einem Kunden zeitgleich Zutritt gewährt werden – nach vorheriger Vergabe von Einzelterminen.
  • Ausgenommen von der Schließung sind unter anderem Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Drogerie und Babyfachmärkte. Außerdem Wochenmärkte, Apotheken, Tankstellen, Banken und Waschsalons sowie Baumärkte, Blumenhandel, Zeitungskiosks und Buchhandlungen.
  • Amateur- und Freizeitsport darf nur im Freien und höchsten fünf Personen aus zwei Haushalten betrieben werden. Kontaktfreies Training von Kindern bis einschließlich 14 Jahre darf in Gruppen bis zu 20 Personen stattfinden.
  • In der Breiten- und Laienkultur ist der Proben- und Auftrittsbetrieb untersagt.

Die Maßnahmen seien erforderlich, da damit zu rechnen sei, dass hier eine Vielzahl von Menschen aufeinandertreffen und eine weitere Übertragung der Krankheit ermöglicht werde und durch die zahlreichen Kontakte auch mit steigenden Fallzahlen zu rechnen sei, heißt es in dem Schreiben.

Diese geschehe auch insbesondere vor dem Hintergrund der Verbreitung der britischen Viren-Mutation B.1.1.7. und der südafrikanischen Virus-Mutation B.1.351.

Die Allgemeinverfügung wir so lange in Kraft bleiben, bis die 7-Tage-Inzidenz mindestens sieben Tage in Folge unter 50 liegt. Entwickelt sich der Wert in die andere Richtung, wird die zweite Notbremse reingehauen. Nach drei Tagen über 100 gelten dann beispielsweise wieder die verschärften Kontaktbeschränkungen.

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