POLITIK
Verbandsgemeinde will Förderantrag stellen

Kastellaun sucht jetzt einen Klimaschutzmanager

Klimaschutzmanager Kastellaun
ForoDirk Eikhorst Regionalreferent Bernd Kunz von der Energieagentur Rheinland-Pfalz stellte dem Verbandsgemeinderat die Fördermöglichkeiten vor

„Das war stark“, sagte Verbandsgemeindebürgermeister Christian Keimer sichtlich begeistert nach dem Beschluss, dass sich künftig ein Klimaschutzmanager um alle entsprechenden Aktivitäten kümmern soll.

Klimaschutz ist längst eine Aufgabe geworden, der sich die Gemeinden nicht mehr einfach so nebenbei widmen können. Das Berufsfeld des Klimaschutzmanagers ist entstanden und das Land fördert großzügig die Schaffung entsprechender Stellen. Eine soll jetzt im Rathaus der Verbandsgemeinde Kastellaun entstehen.

Dem Verbandsgemeinderat sollten bei der letzten Sitzung eigentlich nur die Fördermöglichkeiten vorgestellt werden, dazu war extra Bernd Kunz, der Regionalreferent der Energieagentur, nach Kastellaun gekommen. Dem Rat konnte es dann nicht schnell genug gehen: Die Verwaltung wurde beauftragt, den Förderantrag zu stellen. „Das war stark“, sagte Keimer, der versicherte, er habe den Rat mit dem Thema nicht überfallen wollen.

Windkrafträder, Fotovoltaikanlagen, Nahwärme und „E-Dorfauto“: Das Geschehen in der Verbandsgemeinde um das Thema Klimaschutz herum sei seit Jahre innovativ und vorbildlich, hieß es in der Beschlussvorlage. Die Dynamik zeige aber auch, dass es sich um eine langfristige Aufgabe handele, die zur Daseinsvorsorge, zur Zukunftsfähigkeit und zum Wohle aller Einwohner beitrage.

Das Land fördert im Rahmen des Programms „Klimaschutzkonzepte und Klimaschutzmanager“ die Schaffung dieses Jobs mit 75 Prozent auf zwei Jahre. Bernd Kunz rechnete vor: Für die Personalkosten müssten rund 140 000 Euro und für externe Dienstleister rund 60 000 Euro in den ersten beiden Jahren eingeplant werden. Ein Viertel habe die Gemeinde selbst zu tragen.

Regionalreferent Kunz machte aber auch klar: Durch die Arbeit des Klimaschutzmanagers ergeben sich für die Gemeinden Einsparpotenziale, die die Kosten für die Stelle wieder herausholen würden.

Vordringlichste Aufgabe des Managers werde es sein, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen, in das alle relevanten Daten etwa zu Treibhausgasen und den Energiebilanzen der gemeindeeigenen Immobilien einfließen. Sodann soll der Klimaschutzmanager bei allen Bauprojekten mit einbezogen werden, ämterübergreifende Zusammenarbeit fördern, Infoveranstaltungen durchführen, den Einsatz erneuerbarer Energien vorantreiben und vor allem auch weitere Fördermittel einwerben.

Der Beruf des Klimaschutzmanagers ist ein relativ junge Betätigungsfeld, entsprechend rar gesät sind die Fachleute. Boppard etwa habe mit einer ersten Ausschreibung keinen passenden Kandidaten finden können, berichtete Kunz.


Anzeige

Die Räte waren begeistert von den Möglichkeiten und Klaus-Peter Müssig, Fraktionssprecher der SPD, wollte noch einen Schritt weitergehen: Er schlug vor, die Stelle sofort auszuschreiben. Da muss ihn Kunz allerdings bremsen, denn das könnte bei der Bewilligung des Förderantrags hinderlich sein.

Mehr zum Thema
  • Hunsrück News - Plus Artikel Kastellauner Stadtrat pflanzt „Nutellabäume“
    Hunsrück News - Plus Artikel Auftakt zu zahlreichen Aufforstungen

    Kastellauner Stadtrat pflanzt „Nutellabäume“

  • Kreativer Klimaprotest der Hunsrücker Aktivisten
    Globaler Klimastreik von Fridays for Future

    Kreativer Klimaprotest der Hunsrücker Aktivisten

  • Hunsrück News - Plus Artikel Förster schlägt Alarm: „Der Wald stirbt von unten“
    Hunsrück News - Plus Artikel Klimawandel und Wildschäden

    Förster schlägt Alarm: „Der Wald stirbt von unten“

Auch interessant
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"