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POLITIK
„Plätze sind Mangelware“

Kastellaun prüft Bau einer neuen kommunalen Kita

Kastellaun steigt in Planung für kommunale Kita ein
Foto: Pressmaster Kastellaun will mit einer kommunalen Kita ein weiteres Betreuungsangebot schaffen

33 Kindergartenplätze fehlen nach den Berechnungen des Kreisjugendamtes allein im Gebiet der Stadt Kastellaun. Dass Kindern in den umliegenden Gemeinden betreut werden müssen, ist seit Jahren die Regel. Jetzt will die Stadt gegensteuern und die Planung einer kommunalen Kita einsteigen. Ein geeignetes Gelände ist auch schon ausgemacht.

„Kastellaun boomt und entwickelt sich und die Kita-Plätze sind heiß begehrt. Sie sind sogar Mangelware, denn trotz aller geplanten Erweiterungen und der bestehenden Einrichtungen haben wir zu wenig Plätze“, erklärte Bürgermeister Christian Keimer in der letzten Stadtratssitzung.

Der Kindertagesstättenbedarfsplan des Rhein-Hunsrück-Kreises weist allein für die Stadt eine Lücke von 33 Plätzen aus. Der katholische und der evangelische Kindergarten sowie der Waldorf-Waldkindergarten bieten zusammen in diesem Jahr 270 Plätze an. Hinzu kommen noch 21 heilpädagogische Plätze im Familienzentrum „Castellino“, die aber Kindern mit Behinderung aus dem gesamten Kreisgebiet die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft ermöglichen und sichern sollen.

„Nach den statistischen Zahlen fehlen Betreuungskapazitäten. Nach den tatsächlichen Anmeldungen (303) fehlen im Regelbereich (ohne das heilpädagogische Platzangebot = 270 Plätze) 33 Plätze“, heißt es im Bedarfsplan. Diese Lücke könne auch die geplante Erweiterung der katholischen Kindertagesstätte um eine Gruppe mit 20 Plätzen nicht schließen.

„Wir müssen uns jetzt überlegen, ob wir mit einer eigenen kommunalen Kita einsteigen“, sagte Bürgermeister Keimer, „wir können nicht nur den Zuzug propagieren, wir müssen auch die notwendigen Einrichtungen für die Kleinsten vorhalten.“

Einen geeigneten Standort präsentierte Keimer auch gleich: Das Gelände an der Südstraße zwischen dem Burgstadt-Hotel und der L219 Richtung Laubach ist im städtischen Besitz und bietet zahlreiche Vorteile. Größtes Plus: „In diesem Bereich gilt schon ein Bebauungsplan, der Einrichtungen für soziale Zwecke vorsieht“, sagte Michael Külzer, der Fraktionsvorsitzende der CDU. Seine Fraktion befürworte den „Einstieg in diese Zukunftsplanung“.

Annika Bohn, von der Lebenshilfe Rhein-Hunsrück, die in den Stadtrat gekommen war, weil über den jährlichen Zuschuss für das Familienzentrum „Castellino“ abgestimmt werden sollte, erklärte: „Wir können Sie nur beglückwünschen, wenn Sie diesen Weg weitergehen.“ Denn nach ihrer Erfahrung sei die Bedarfsplanung des Kreises tendenziell immer unter dem tatsächlichen Bedarf.

Auch Bürgermeister Keimer erklärte, dass in Zukunft ein noch höherer Bedarf auf die Stadt zukommen könnte: „Die Bevölkerungszahl von Kastellaun und damit naturgemäß auch die Zahl der kindergartenfähigen Kinder ist in den letzten sieben Jahren um circa zehn Prozent gestiegen – von 5143 auf 5524 Einwohner.

Der Stadtrat hat den Bürgermeister einstimmig beauftragt, die genaue Bedarfslage für den Bau und Betrieb einer städtischen Kindertagesstätte zu ermitteln und anschließend Angebote von Planern über die Erstellung eines Konzepts einzuholen.

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