Bundestagswahl-KandidatenPOLITIK
Ich will in den Bundestag, weil …

Julian Joswig (Grüne)

Julian Joswig Grüne
Foto: Dario Eidens-Holl

Am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt: Für den Wahlkreis 200 Mosel/Rhein-Hunsrück, zu dem der Landkreis Cochem-Zell, der Rhein-Hunsrück-Kreis und Teile des Landkreises Bernkastel-Wittlich gehören, bewerben sich zehn Kandidaten für das Direktmandat. Insgesamt rund 185 000 Menschen sind aufgerufen, mit ihrer Erststimme über den Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis zu entscheiden. Hunsrück News stellt die Bewerber vor …

STECKBRIEF


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  • Name: Julian Joswig
  • Alter: 27
  • Geburtsort: Boppard
  • Erlernter Beruf: Wirtschafts- u. Verwaltungswissenschaftler, beruflich tätig als Projektentwickler für Bundesministerien
  • Familienstand: ledig
  • In Politik und Partei seit: 2018
  • Bisher höchste politische Funktion: Sprecher der Grünen in der Landesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft & Finanzen

Ich will Bundestagsabgeordneter werden, weil …

Julian Joswig: „… unser Land so viel mehr kann, wenn die Politik die richtigen Weichen stellt! Die Welt hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert, aber unter der GroKo hat Deutschland eine Zeit des Stillstands erlebt. Ich will meine Energie und Ideen in die Bundespolitik einbringen, um endlich Tempo beim Klimaschutz, der Digitalisierung sowie der Modernisierung von Wirtschaft und Verwaltung zu machen. Als junger Abgeordneter aus dem ländlichen Raum möchte ich die Zukunft unserer einzigartigen Heimat aktiv gestalten.“

In Berlin will ich mich für diese drei lokalen Themen besonders einsetzen:

Julian Joswig: „Klima- und Umweltschutz konkret und vor Ort umsetzen: Unsere Wiesen und Wälder, der Rhein und die Mosel brauchen mehr Schutzmaßnahmen für eine gesunde Zukunft. Wir müssen unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützen, denn sie beschützen auch uns. Die Flutkatastrophe im Norden von Rheinland-Pfalz hat uns vor Augen geführt, wie verletzlich wir sind und wie wichtig neben einem guten Katastrophenschutz auch grundlegender Klimaschutz sowie Anpassungsmaßnahmen sind.

Unterstützung von kleinen und mittelständischen Betrieben: Die Wirtschaft spielt eine Schlüsselrolle auf dem Weg in ein nachhaltiges Morgen. Als Betriebswirt will ich Unternehmen und Arbeitnehmer bei der Modernisierung unterstützen und überflüssige Bürokratie abbauen. Gerade Solo-Selbstständige, der Kulturbetrieb und die Tourismusbranche hat die Pandemie hart getroffen, diese Bereiche verdienen mehr politische Unterstützung.

Investitionen in die regionale Daseinsvorsorge: Egal wo man lebt, soll es eine gute medizinische Versorgung, attraktive Mobilitätsangebote und schnelles Internet geben. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf einen starken Staat vor der Haustür.“

Die Hunsrück Klinik fordert eine weitergehende finanzielle Unterstützung ihrer Geburtsstation durch die öffentliche Hand. Ist das gerechtfertigt?

Julian Joswig: „Unsere Gesundheitsversorgung muss gemeinwohl-, nicht gewinnorientiert sein. Denn eine gute medizinische Versorgung gehört schlichtweg zur Daseinsvorsorge und muss auch im ländlichen Raum sichergestellt werden. Die Hunsrück Klinik muss finanziell so ausgestattet werden, dass auch der Betrieb einer Geburtsstation mit weniger Geburten im Jahr tragfähig bleibt. Die einzige im Rhein-Hunsrück-Kreis liegende Geburtsstation ist elementar wichtig für die Region.“

Der Flughafen Hahn soll nach der Insolvenz des chinesischen Mutterkonzerns HNA Group an einen neuen Investor gehen. Wie sehen Sie die Zukunft des Airports?

Julian Joswig: „Der Flughafen Hahn ist nach wie vor ein nicht zu vernachlässigender Arbeitgeber für viele Menschen in der Region – nicht nur durch den Flugbetrieb, sondern auch durch die dort angesiedelten Unternehmen und Organisationen. Für die Beschäftigten ist es wichtig, dass der (neue) Betreiber gute und zukunftsfähige Arbeitsplätze bietet. Neben dem Flugverkehr es sinnvoll, neue Betriebsformen anzusiedeln und die wirtschaftlichen Aktivitäten am Hahn zu diversifizieren, um somit das nicht-fluggebundene Potenzial zu nutzen.“

Viele im Hunsrück beklagen die hohe Zahl an Windrädern, jetzt boomen hier die Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Wann hat die Region genug für den Wandel zu erneuerbaren Energien getan?

Julian Joswig: „Die Energiewende ist der Schlüssel zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem und einer Abkehr von fossilen Abhängigkeiten. Was die Menschen vor Ort bewegt haben, ist beeindruckend und zugleich müssen wir schauen, dass nun andere Regionen nachziehen. Zukünftig wird es mehr Photovoltaikanlagen auf privaten und gewerblichen Dächern geben und die Energieversorgung wird dezentraler, mit Agri-PV steht außerdem eine spannende neue Option vor der Tür. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass wir weiterhin eine Vorreiterregion bei den Erneuerbaren Energien bleiben und zugleich auf eine attraktive Kombination der verschiedenen Möglichkeiten setzen und einzelne Standorte nicht überlasten.“

Klimaschutz bedeutet Einschränkung des Individualverkehrs. Gleichzeitig fahren leere Busse durch den Rhein-Hunsrück-Kreis. Wie kann die Attraktivität des ÖPNV gesteigert werden?

Julian Joswig: „Der Staat muss den Menschen eine Mobilitätsgarantie geben, nicht jeder hat ein Auto vor der Tür stehen oder möchte darauf angewiesen sein. Gerade in ländlichen, schlecht angebundenen Ecken der Region können Rufbusse und Sammeltaxis eine gute Alternative bilden. Außerdem müssen die Busse schlichtweg günstiger werden. Wir Grüne führen in Rheinland-Pfalz nun das €365-Ticket ein, langfristig muss dieses allen Menschen zur Verfügung stehen. Wichtig ist außerdem, dass die Hunsrückquerbahn endlich reaktiviert und als regionale Erschließungsachse weiterentwickelt wird. Für die Zukunft des ländlichen Raums setze ich auf einen klugen Mobilitätsmix aus öffentlichen Angeboten und nachhaltigem Individualverkehr.“

Die vierte Corona-Welle wird vor allem Kinder und Ungeimpfte treffen. Welche Strategie würden Sie zur Eindämmung der Pandemie in Bezug auf beide Gruppen verfolgen?

Julian Joswig: „Dass die Ständige Impfkommission (Stiko) nun auch Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige empfiehlt und entsprechende Angebote gemacht werden, ist eine gute Sache, um die Jugendlichen zu schützen und schrittweise Normalität in den Schulbetrieb zu bringen. Einen weiteren Lockdown darf es nicht geben. Insgesamt müssen wir die bestehenden Impfangebote attraktiver machen und diese zu den Menschen bringen – die Impfbusse des Landes sind ein guter Anfang. Ich wünsche mir aber noch mehr Kreativität bei der Impfkampagne; z.B. mit Impf-Schiffen auf Rhein und Mosel oder gratis Tickets fürs Kino, zu Konzerten und Fußballspielen. Die gesellschaftlichen Kosten weiterer Infektionen und Einschränkungen übersteigen den hierfür nötigen Aufwand deutlich. Von einer allgemeinen Impfpflicht halte ich nichts.“

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