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Kein Geld für Sanierung

Jugendherberge Sargenroth soll verkauft werden

Jugendherberge in Sargenroth
Foto: Dirk Eikhorst Das Jugendherbergswerk will das Haus in Sargenroth abstoßen

Nach knapp 50 Jahren ist das Aus für die Jugendherberge in Sargenroth besiegelt: Das 134-Betten-Haus soll verkauft werden, es ist schlicht kein Geld für die dringend nötige Sanierung der Einrichtung da. Das hat das Jugendherbergswerk jetzt dem Sargenrother Bürgermeister Gerd Martin mitgeteilt.

Gerd Martin erklärte gegenüber Hunsrück News, dass Jacob Geditz, der Vorstandsvorsitzende der Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und im Saarland, ihn darüber informiert habe, dass wegen der Flutkatastrophe weitere finanzielle Belastungen auf das Herbergswerk zugekommen seien und die erheblichen Eigenmittel zur Sanierung der Einrichtung in Höhe von mehreren Millionen nicht aufgebracht werden könnten.

Rund sechs Millionen Euro werden für die seit März vergangenen Jahres stillgelegte Jugendherberge veranschlagt – von denen das Jugendherbergswerks die Hälfte selbst übernehmen wollte. Insgesamt eine Million Euro wollten Landkreis und die Verbandsgemeinde zusteuern, wenn sich die Jugendherbergen zur Sanierung entschließen. Die fehlenden zwei Millionen sollte das Land beisteuern, das aber im Mai bereits abgewunken hatte.

Jetzt die Kehrtwende: Hatte Geditz bislang noch die Hoffnung, dass über andere Fördertöpfe der Geldsegen aus Mainz doch noch fließen könnte, so scheinen nach der Flut im Ahrtal selbst die benötigten drei Millionen Euro Eigenmittel anderswo dringender gebraucht zu werden.

„Das Jugendherbergswerk war unsere erste Priorität, auch weil es ja eine fast 50-jährige gute Zusammenarbeit gab und das Werk national und international aufgestellt ist, um Gäste zu akquirieren. Das bietet eine gewisse Sicherheit, ist jetzt aber vom Tisch“, sagte Martin zu Hunsrück News. Ganz so traurig wirkte er darüber nicht, denn die ersten ernstzunehmenden Interessenten haben schon seit einiger Zeit ein Auge auf das Haus geworfen.


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Darunter ist auch Heinz-Werner Weber von der Domoskop GmbH, die auch das Haus Funtasie in Kastellaun betreibt. Er will das Konzept der Waldjugendherberge beibehalten, um einen integrativen Aspekt erweitern und durch einen Nutzgarten Nachhaltigkeit erlebbar machen. Jetzt erklärte er, dass er schriftlich bereits erneuten Kontakt zu Jacob Geditz aufgebaut, aber noch keine Antwort erhalten habe: „Wir haben definitiv Interesse daran, das Haus zu übernehmen“, sagte Weber zu Hunsrück News.

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Sargenroths Bürgermeister sagte, dass man mit dem Konzept von Heinz-Werner Weber auch als Gemeinde sehr gut leben könne. Dieser erklärte aber noch einmal, dass auch sein Plan auf den Fördermitteln von Kreis und Verbandsgemeinde aufbaue. In der nächsten Sitzung des Rates Simmern-Rheinböllen will er deshalb seine Ambitionen noch einmal vorstellen und für einen abgeänderten Beschluss werben, der diese Finanzierung möglich machen würde.

Sicherlich müsste dann noch der Kreistag zustimmen, der Vorsitzende der SPD-Fraktion und Bundestagskandidat Michael Maurer hatte Sargenroth aber schon die Unterstützung bei der Neuausrichtung der Jugendherberge Sargenroth zugesagt.


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Ortsbürgermeister Gerd Martin (2.v.r.) informierte die SPD-Vertreter Marc Ruland, Michael Maurer und Benjamin Zilles (von links) über den geplanten Verkauf der Jugendherberge Sargenroth
Foto: SPD Rhein-Hunsrück Ortsbürgermeister Gerd Martin (2.v.r.) informierte die SPD-Vertreter Marc Ruland, Michael Maurer und Benjamin Zilles (v.l.) über den geplanten Verkauf der Jugendherberge Sargenroth
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