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Wegen Spielmanipulation vor Gericht

JFV-Macher Jakobs: „Die Vorwürfe sind Unsinn“

Jörg Jakobs wartet auf eine mögliche Revisionsverhandlung. Der Fußballverband Rheinland will, dass das zuvor aufgehobene Urteil wieder verschärft wird

Jörg Jakobs steht vor Gericht – mittlerweile in dritter Instanz. Es ist kein öffentliches Gericht, das über ihn richten wird, aber die Spruchkammer des Fußballverbandes Rheinland hat es in der Hand, über sein Lebenswerk zu entscheiden.


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Jacobs ist Gründer, Trainer und Manager des Jugendfördervereins Rhein-Hunsrück und steht wegen „Spielmanipulation“ vor Gericht. Es geht um den Einsatz nicht spielberechtigter Spieler – alle zwischen acht und zehn Jahren alt. Gegenüber Hunsrück News erklärte er, warum dieser Vorwurf „Unsinn“ ist.

Fakt ist: Der JFV-Macher wartet derzeit auf die Revisionsverhandlung vor dem Verbandsgericht. Die soll auf Antrag des Präsidiums des Verbandes stattfinden, das neue Erkenntnisse in den Fall einfließen lassen will. Am 2. Dezember soll vom Gericht geprüft werden, ob die Revision zugelassen wird.

Zuvor war das Urteil der Spruchkammer des Fußballkreises Hunsrück/Mosel vom nächsthöheren Gericht gekippt worden, der Bezirksspruchkammer. Und damit auch das Strafmaß: Statt zwei Jahren Verbots, als Trainer und Funktionär zu arbeiten, erstreckt sich dieses jetzt nur noch auf die Trainertätigkeit.

Auf die Spiele bezogen, die zur Strafe für den Macher des JFV führten erklärt Jakobs: „Wir wollten mit den 17 E-Juniorenspieler ab Juli als drittes Team des JFV in den regionalen Spielbetrieb starten. Das war leider vom Verband nicht erwünscht, obgleich es in den Richtlinien des Fußballverbandes Rheinland zum Spielbetrieb von JFV’s nirgends formuliert stand. Wir haben das aber akzeptiert und wollten außer Konkurrenz bei den D-Jugendlichen auf Kreisebene mitspielen“, als Vereinsnamen habe man sich „Futsal Underdogs Rhein-Hunsrück e.V.“ ausgedacht.

„Auch das wurde uns vom Verband verwehrt, mit der offiziellen Begründung, dass der Verein in seiner Präambel der Satzung stehen hat: ‚Förderung des Futsalsports‘ – die einzige Erklärung dazu war, dass das Wort Futsal und nicht Fußball in der Präambel steht.“

Nach anderen Rückschlägen wurde erst Ende August, also eine Woche vor Saisonbeginn, mit Blankenrath ein Stammverein gefunden, in dem das Team dann unter JSG Mastershausen II an den Start gehen konnte. „Das gesamte Passszenario konnte also erst kurz vor Saisonbeginn final in die Umsetzung gehen. Daraus ist dann der nun vorliegende Prozess entstanden“, berichtet Jakobs. 


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Jakobs hatte als Trainer dieser E-Junioren-Mannschaft, die als D-Junioren unter JSG Mastershausen II angetreten sind, Spieler eingesetzt, die noch keine Spielberechtigung für Mastershausen hatten.

„Insgesamt gab es von der Kreisspruchkammer vier Urteile gegen uns. Davon alleine zwei, die zu Punktaberkennung, Geldstrafen und dem Streichen aller Ergebnisse geführt haben. Diese Strafen haben die Jungs, ihre Eltern und auch ich von Anfang an akzeptiert.“

„Mir aber vorsätzliche Spielmanipulation vorzuwerfen, ist Unsinn“, erklärt der Hollnicher, „vor allem die höchsten bislang ausgesprochenen Strafmaße, die in den letzten Jahrzehnten von der Kreisspruchkammer verhängt wurden, haben nichts mit dem zu tun, was hier im Jugendbereich geleistet wird.“

„Ich bin weder einem Kind zu nahe gekommen, noch haben ich oder das Team uns irgendwo geprügelt oder sonst etwas zuschulden kommen lassen.“

Jörg Jakobs

Jacobs erklärt: Die höherklassigen Vereine, wie Karbach, Emmelshausen, Kirchberg, Mörschbach, Rheinböllen und Braunshorn aber auch Oberwesel, Morbach, Idar-Oberstein, Müden und auch die niedriger spielenden Stammvereine würden sich gerne der gut ausgebildeten Nachwuchsspieler bedienen.

Trotz aller Erfolge weist Jörg Jakobs deutlich darauf hin: „Wir sind ein Ausbildungs- und kein Leistungsverein. Nicht das Gewinnen, sondern Spielkultur, Willensschulung und die menschliche Komponente sind vorrangig“.

„Wir machen das alle ehrenamtlich mit viel Leidenschaft und Herzblut für die Kids in unserer Region. Es partizipieren davon in erster Linie die Kinder selbst und in der Folge unsere regionalen Fußballvereine und damit auch der Fußballkreis und auch der Verband – auch wenn wir von diesen kein Mandat für unsere Arbeit bekommen haben – was die Zusammenarbeit extrem erschwert.“

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