POLITIK
Pläne für neue Reede in Bad Salzig

Jetzt soll sich Verkehrsminister Scheuer einschalten

Reede Bad Salzig
Foto: WSA Dalben und stählerne Landungsstege sollen entlang des Rheinufers errichtet werden

Bundestagskandidat Michael Maurer (SPD) war da, Landrat und Bundestagskandidat Marlon Bröhr (CDU) war auch da und der Bundestagsabgeordnete Peter Bleser (CDU) zitierte die Amtsleiterin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Rhein, Birgitta Beul, herbei. Ortstermine an der geplanten Erweiterung der Bad Salziger Reede.

Gegen die Erweiterung und Modernisierung der Bad Salziger Reede zu einem zeitgemäßen Industriehafen formiert sich eine immer breitere Front. Die Pläne des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes würden das Ortsbild und die Rheinsicht von Bad Salzig verschandeln, meint etwa Michael Maurer, der jetzt Bundesverkehrsminister Andi Scheuer (CSU) ins Boot geholt hat.

Vier Liegestellen will das WSA in Bad Salzig ausweisen und an die Bedürfnisse der heutigen Schifffahrt anpassen. Dazu sollen 40 bis 47 Dalben in den Rheingrund gerammt werden, an denen die Frachter festmachen können, und mit Landgangstegen mit dem Ufer verbunden werden. Drei Liegestellen für normalen Güterverkehr soll es geben und eine für Gefahrstoffe.

Die Gütermengen, die den Mittelrhein entlang geschippert werden, sind gewaltig: Etwa 50 000 Frachter jährlich passieren beispielsweise den Bereich zwischen Mainz und St. Goar – und transportieren dabei rund 60 Millionen Tonnen Ladung. Das ist das 300-Fache des Umschlags auf dem Flughafen Hahn. Mit stark steigender Tendenz. Und: Auch beim Schiffsverkehr gelten Ruhe- und Pausenzeiten.

Gegen die Pläne des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes hat sich in Bad Salzig eine Initiative formiert: „#gegenreede2.0“. Diese moniert vor allem, dass bei dem Projekt „allein und ausschließlich die wirtschaftlichen Interessen der Fracht- und Gefahrgutschifffahrt in den Blick“ genommen werde.

Die Angst der „Gegenreede“: Ein Idyll im Herzen des Welterbes Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal werde „dauerhaft zerstört“, touristisch wertvolle Sichtachsen zum Kloster Kamp-Bornhofen und dem Burgenensemble der „Feindlichen Brüder“ würden gestört, das beeindruckende Landschaftsbild wirklicher Rheinromantik sei in akuter Gefahr.

Die Gegner der WSA-Pläne sagen, diese kämen einem modernen Industriehafen gleich. In der Tat nehmen die Reeden fast die gesamte Bad Salziger Uferlinie ein. Sie fordern eine Überarbeitung der Pläne: etwa die Verlegung der Anlegestellen, Schwimmpontons statt Stahltreppen oder absenkbare Dalben.

Michael Maurer, der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion und Bundestagskandidat, teilt die Bedenken und hat nun Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gebeten, von der Umsetzung der WSA-Pläne „in diesem Umfang“ abzusehen. Diese würden das „Ortsbild von Bad Salzig verschandeln“ und seien deshalb nicht hinnehmbar.

Reede Bad Salzig
Foto: WSA Die „Gegenreede“-Initiative fordert auch, dass nicht die gesamte Ortslage zum Liegeplatz wird
Mehr zum Thema
  • Polizeieinsatz bei Corona-Demo in Boppard
    Sie wollten sich nicht ausweisen

    Polizeieinsatz bei Corona-Demo in Boppard

Auch interessant
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"