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Nach tödlichem Unfall mit Motorradfahrer

Ist die „Woppenrother Kreuzung“ zu gut einsehbar?

Tödlicher Unfall an der Woppenrother Kreuzung
Foto: Dirk Eikhorst An der „Woppenrother Kreuzung“ kam es zu dem tödlichen Unfall

Die auftretenden Unfälle sind nicht mit baulichen oder planerischen Mängeln zu erklären.

Birgit Küppers, Pressesprecherin des Landesbetriebes Mobilität

Die Kreuzung der Landesstraßen L184 und L162 wurde am 30. März Schauplatz eines tödlichen Verkehrsunfalls: Ein Sattelzug, der auf dem Weg von Woppenroth nach Schlierschied die übergeordnete L184 querte, erfasste einen Motorradfahrer. Der Mann und sein Zweirad wurde in ein angrenzendes Feld geschleudert, der 60-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle.

Ende 2017 war die „Woppenrother Kreuzung“ durch verschiedene Baumaßnahmen „entschärft“ worden, danach ereigneten sich dort dennoch immer wieder schwere Unfälle. Jetzt will der Landesbetrieb Mobilität mit Polizei und Verkehrsbehörde weitere Verbesserungen erörtern.

„Zur besseren Erkennbarkeit wurden beide Äste der L 162 mit Fahrbahneinbauten – sogenannten ‚Tropfen‘ – versehen und auf der übergeordneten L 184 Linksabbiegestreifen zum Schutz der Linksabbieger vor Auffahrunfällen angelegt“, erklärte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) gegenüber Hunsrück News.

Polizeihauptkommissar Joachim Linke, Verkehrssicherheitsberater bei der PI Simmern, berichtete, dass seitdem zusätzlich auch größere Stop-Schilder, „so wie sie auf Autobahnen verwendet werden“, aufgestellt und der Schriftzug „Stop“ direkt vor der Kreuzung auf die Straße gepinselt worden seien.

Man habe sich zu dem Ausbau entschlossen, weil es in der Vergangenheit immer wieder zu Unfallauffälligkeiten an der Kreuzung gekommen sei, erklärte LBM-Pressesprecherin Birgit Küppers. „Die Verkehrsteilnehmer auf der L 162 erkannten die Kreuzung als solche nicht richtig und kreuzten ohne Beachtung ihrer Wartepflicht.“


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Ende 2017 wurden die Umbaumaßnahmen fertiggestellt – für Kosten von insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. Dadurch habe sich die „Erkennbarkeit der Kreuzung gegenüber dem alten Knotenpunkt deutlich verbessert“, sagte Küppers.

Dennoch kam es in den drei vergangenen Jahren zu zehn schweren Unfällen an der Kreuzung, bei denen drei Menschen schwer und vier leicht verletzt worden seien, wie Polizeihauptkommissar Linke erklärte.

Für Kommentatoren bei Facebook ist die Sache klar: „Das ist einfach eine Scheiß-Kreuzung, weil jeder denkt, dass er sie toll einsehen kann“, schreibt ein Anwohner aus Schlierschied. Eine andere: „Da wird gerast auf Teufel komm raus. Fahre dort mit Unbehagen drüber.“ Viele zeigten sich enttäuscht, dass 2017 nicht ein Kreisel statt der jetzigen Lösung gebaut wurde.

„Der Kreisverkehrsplatz schied insbesondere wegen dessen schlechter Erkennbarkeit bei ungünstigen Licht- und Witterungsverhältnissen für den auf der bisher immer übergeordneten L 184 schnell fahrenden Verkehr aus“, erklärte Küppers.

Durch den tödlichen Unfall Ende März werde die „Woppenrother Kreuzung“ auch im dreijährigen Betrachtungszeitraum 2019-2021 wieder als Unfallhäufungsstelle ausgewiesen.

Die Verkehrsbehörde, die Polizei und der Landesbetrieb Mobilität würden nun gemeinsam erörtern, wie die Unfallsituation verbessert werden könne, sagte die Pressesprecherin: „Es wird auch über die Installierung einer Ampelanlage zu diskutieren sein.“

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Berichtigung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Lkw-Fahrer sei von Schlierschied nach Woppenroth unterwegs gewesen. Richtig ist, dass er in entgegengesetzter Richtung unterwegs war.

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