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Landkreis meldet Einsatzbereitschaft

Impfzentrum soll mit 200 Impfungen pro Tag starten

„Wir könnten morgen loslegen“, hieß es bei der Präsentation des Impfzentrums. Der ehemalige Sconto-Markt in Simmern ist umgebaut, die Impfstraßen eingerichtet und das Personal nahezu komplett – wenn nur der Impfstoff schon zugelassen wäre.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will ihr Gutachten zum Corona-Impfstoff am 21. Dezember vorlegen, die Zustimmung der EU-Kommission ist wohl nur eine Formsache. Dann könnte alles ganz schnell gehen – für einige wenige zumindest. Denn auch der Großteil der Bürger im Rhein-Hunsrück-Kreis wird Monate auf die Impfung gegen Corona warten müssen.


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Landrat Marlon Bröhr (46, CDU) hob bei einem Rundgang mit den Vertretern der Kreistagsfraktionen noch einmal die Anforderungen an das Impfzentrum hervor: Es müsse gut erreichbar und zentral gelegen sein, über viele Parkplätze verfügen, ebenerdig und sofort verfügbar sein.

Alle Kriterien erfülle das Impfzentrum im ehemaligen Sconto-Markt, beim wichtigsten Punkt sei das Objekt sogar perfekt: „Wir mussten gewährleisten, dass der nötige Abstand eingehalten wird, sodass sich niemand im Impfzentrum anstecken kann“, erklärte er, „dafür ist der Platz hier mehr als ausreichend.“ Auf 2700 Quadratmetern wurde das Zentrum eingerichtet, hinzu kommen noch einmal 300 Quadratmeter Lagerfläche.

Auf die Frage hin, wie viele Menschen am Tag geimpft werden können, hielt sich der Landrat bedeckt: „Es ist die erste Impfstraße im Landkreis, dies wird die Praxis zeigen müssen.“

Impfzentrumskoordinator Christian Poh von der Kreisverwaltung und der Kreisbereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes, Heinz-Dieter Wieß, wurden konkreter: Ebenso wie die Landesregierung rechnen sie mit rund 200 Menschen, die zum Start geimpft werden können – mit einer Impfstraße. Davon können in Simmern drei aktiviert werden.

Poh erklärte zudem, dass später auch doppelte Schichten gefahren werden könnten, die Zahl der täglich geimpften Kreisbewohner würde sich entsprechend verdoppeln. Dazu müsste dann aber auch genügend Impfstoff vorrätig sein, die Produktionskapazitäten der Hersteller sind begrenzt, diese liefern zudem weltweit aus.

Was folgt, ist simple Mathematik: Knapp 104 200 Einwohner hat der Rhein-Hunsrück-Kreis, nicht alle werden geimpft werden wollen, aber die anderen brauchen für vollständigen Schutz zwei Dosen des Impfstoffs.

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Viele ältere und besonders gefährdete Personengruppen werden von mobilen Teams behandelt. Staatssekretär Dr. Wilhelm erklärte, dass zunächst Menschen mit sehr hohem und hohem Risiko, schwer zu erkranken oder zu versterben, vordringlich geimpft werden sollen. Darüber hinaus ist vorgesehen, Personen mit hohem Risiko sich anzustecken zu impfen – insbesondere medizinisches Personal. „Der Kampf gegen Corona ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, das zeigt sich auch bei den Impfungen“, betonte der Staatssekretär. 

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) geht davon aus, dass bis Ende Januar 1,5 Millionen der 83 Millionen Deutschen geimpft werden können. Der Mietvertrag für das Impfzentrum in Simmern läuft vorerst bis Ende 2021.

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