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Impfzentrum Simmern

Impfungen gegen das Corona-Virus gestartet

Albert Maurer
Foto: Dirk Eikhorst Albert Maurer (83) war einer der ersten, die sich im Impfzentrum haben impfen lassen

Offizieller Impfstart im Rhein-Hunsrück-Kreis: Die ersten 60 Dosen des Biontech-Impfstoffs wurden im Impfzentrum in Simmern verabreicht. Ab 9 Uhr lief die Kampagne gegen die Corona-Pandemie.

Albert Maurer (83) aus Tiefenbach war einer der ersten Kreisbewohner, die im Impfzentrum gegen das Virus geimpft wurden. „Es war wie jede andere Impfung auch“, sagte Maurer zu Hunsrück News, „ein Pieks und nach 45 Minuten war ich wieder draußen.“ 20 Minuten habe er am Telefon auf seinen Termin warten müssen. Dass er sich impfen lassen würde, stand für ihn nie infrage.

Impfzentrumskoordinator Christian Poh äußerte sich zufrieden: „Wir sind nach den Wochen der Vorbereitung froh, dass es jetzt endlich losgeht.“ Etwas holprig war der Start dann doch. „Wir haben Kleinigkeiten bemerkt, dass nicht an alles gedacht wurde“, ergänzte Landrat Dr. Marlon Bröhr. Etwa fehlende Sitzmöglichkeiten am Empfang oder kleine Zicken der Dokumentationssoftware, die aber mit Hilfe aus Mainz schnell behoben wurden.

Zwei Ärzte, ein Apotheker und weiteres medizinisches Personal kümmern sich um die Impflinge. Außerdem sind Verwaltungskräfte zur Dokumentation im Einsatz.

60 Impfdosen sollen heute und am Freitag verabreicht werden. Ab Montag dann 110 täglich. „Wir haben derzeit über 700 Termine bis zum 18. Januar eingeplant“, erklärte Poh. Wenn dann ab Februar 220 Dosen zur Verfügung stehen, soll auch die zweite Impfstraße in Betrieb gehen.

„Ich wußte, dass es zum Start nicht so viele Impfdosen geben wird, wie man sich das erhofft hatte“, sagte Bröhr, sah es aber pragmatisch: „Wenn heute gleich 600 Menschen gekommen wären, dann wäre der Start vielleicht nicht so reibungslos verlaufen.“ Die Termine seien aber nicht entzerrt worden, um das Impfzentrum in vollem Betrieb zu testen, erklärte Poh.

Bei jedem Impfling wird beim Eintritt ins Impfzentrum Fieber gemessen, es wird eine neue Maske bereitgestellt bevor an der Anmeldung die Unterlagen geprüft werden.


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Landrat Bröhr
Foto: Dirk Eikhorst Landrat Marlon Bröhr (l.) begleitete den Impfzentrumskoordinator Christian Poh beim Impfstart

„Die Menschen machen sich natürlich Sorgen, dass sie sich an einem Ort wie diesem anstecken können, und haben diese auch geäußert. Wir sind froh, dass das Impfzentrum so großteilig abgelegt ist. Abstände können gut eingehalten werden und eventuelle Aerosole sich gut verteilen“, sagte der Landrat. „Wir können so das Ansteckungsrisiko auf nahezu null reduzieren.“

Zum ersten Impftermin kamen heute vorwiegend ältere Menschen, nur ein Bruchteil war medizinisches oder Pflege-Personal. Ältester Impfling war eine 101-jährige Frau. Nach genau 21 Tagen erfolgt dann die zweite Impfung, mit der dann nach einer Woche volle Immunität vorliegen soll.

Landrat Bröhr: „Sobald ich den Impfstoff haben kann, werde ich ihn in Anspruch nehmen. Ich bin ein 100-prozentiger Impfbefürworter.“ Eine Sonderbehandlung bei der Priorisierung gebe es für Politiker nicht.

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