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Landrat Bröhr berichtet im Kreistag

Impfstart in Simmern wohl in der ersten Januarwoche

Das Corona-Jahr 2020 fand zumindest im Kreistag einen versöhnlichen Abschluss: Statt eine Jahresabschlussrede zu halten, hatte Irene Theiß (B90/Grüne) den Pianisten und stellvertretenden Leiter der Kreis-Musik-Schule, Hans-Jörg Haas, eingeladen. „Musik bringt die Menschen zusammen, statt über Corona zu reden, sollten wir gemeinsam der Musik lauschen“, sagte Theiß. Haas spielte Ludovico Einaudi und etwas Weihnachtliches von Felix Mendelssohn Bartholdy.


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Landrat Dr. Marlon Bröhr berichtete in der letzten Kreistagssitzung des Jahres, die wegen der Corona-Abstandsregeln wieder in der Simmerner Hunsrückhalle stattfand, über die Eilentscheidungen, die er zum Aufbau des Impfzentrums im ehemaligen Sconto-Markt in Simmern treffen musste. Und gab einen Ausblick auf die Arbeit des Zentrums.

Er könne sich nicht erinnern, dass er in seiner Amtszeit schon einmal ein solch großes Projekt in so kurzer Zeit habe umsetzen müssen, erklärte Bröhr. Enormer Zeitdruck habe bestanden, weil der Landkreis zum 15. Dezember nach Mainz melden müsse, dass das Impfzentrum einsatzbereit sei. Was am Dienstag erfolgen soll, wenn das Impfzentrum dann im Rahmen eines Pressetermins auch den Fraktionen vorgestellt wird.

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Foto: Dirk Eikhorst Hans-Jörg Haas von der Kreis-Musik-Schule stimmte die Kreistagsmitlgieder auf die Weihnachtszeit ein

Bröhr betonte noch einmal die Vorgaben: Das Impfzentrum sollte leicht erreichbar und barrierefrei sein und über genügend Parkplätze verfügen. Dies biete der Sconto-Markt, der wegen seiner Größe „aber nicht für vier und nicht für 100 Euro zu bekommen war“, sagte Bröhr.

Der Landrat erläuterte, dass die mit den Eilentscheidungen angestoßenen Maßnahmen auch Einschlag im Haushalt finden würden, denn der Kreis müsse die Ausgaben für die Landesregierung vorstrecken. Er betonte aber, dass er sich sowohl beim Mietvertrag als auch beim Innenausbau vorher einer Kostenübernahme rückversichert habe.

Rund 300 000 Euro schlagen im Januar zu Buche: Darin sind die erste Monatsmiete, der Innenausbau – „der Sconto-Markt war innen quasi nackt“, sagte Bröhr – und die Personalbeschaffung enthalten.

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Foto: Dirk Eikhorst Landrat Marlon Bröhr (CDU) erklärte, wie er mit Eilentscheidungen der Forderung aus Mainz nachgekommen ist, rasch ein Impfzentrum einzurichten

„Allein für den Empfang und die Registrierung rechnet die Regierung mit vier Stellen“, erklärte Bröhr, „außerdem fallen hausmeisterliche Tätigkeiten an.“ Für das medizinische Personal habe es ein Portal gegeben, über das sich Fachkräfte haben melden können. Auch müsse das Impfzentrum bewacht werden, was aber nicht in den Haushaltsansatz eingeflossen sei.

Außerdem merkte Bröhr an, dass dieses Personal schon ab dem 16. Dezember im Einsatz sein solle – „obwohl wir noch gar nicht impfen können“.

Dann erklärte er: „In diesem Jahr wird es mit Sicherheit keine Impfungen im Zentrum in Simmern geben.“ Zwar sei dem Landkreis eine kleine Menge an Impfdosen zugesagt worden, sollte die Zulassung des Impfstoffes am 28.12. wie geplant erfolgen, aber diese würden von den mobilen Impfteams in Alten- und Seniorenheimen verabreicht.

„In der ersten Januarwoche wird es dann zu ersten Impfungen in dem Impfzentrum kommen“, sagte Bröhr. „Das ist dann hoffentlich der Schlüssel zurück zu einer Welt, wie wir sie kannten.

Die FDP von Fraktionsvorsitzender MdB Carina Konrad hatte noch die Beschaffung von Luftfilteranlagen für die Schulen in den Haushalt einbringen wollen. Dieser auf 100 000 Euro taxierte Antrag kam aber bei nur sechs Ja-Stimmen nicht durch.

Landrat Bröhr argumentierte: „Wir haben 600 Klassenzimmer, das bedeutet große Kosten und wir könnten die Anlagen erst installieren, wenn im Sommer schon geimpft ist.“

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Foto: Dirk Eikhorst Die letzte Kreistagssitzung des Corona-Jahres 2020 musste in der Hunsrückhalle in Simmern stattfinden

Außerdem sei das Robert-Koch-Institut zu keiner klaren Empfehlung bezüglich der Luftreiniger gekommen. „Würden man diese Geräte nicht sonst an anderen Orten einsetzen, an denen wirklich gefährdete Menschen zusammenkommen – in Altenheimen und Kliniken?“, fragte Bröhr.

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