KULTUR
In Irmenach geborene Autorin legt neues Buch vor

Hunsrück-Erinnerungen für Leser, denen erinnern schwerfällt

Claudia Herber: „Beim (Ein)topf bleibt es nicht“
Foto: Verlag Claudia Herber legt ihr neues Buch „Beim (Ein)topf bleibt es nicht“ vor

Die in Irmenach aufgewachsene Autorin Claudia Herber lädt zu Erinnerungen an das Hunsrücker Dorfleben ein. Ihr neues Buch „Beim (Ein)topf bleibt es nicht“ ist eine Autobiografie in Kurzgeschichten – die auch für Menschen mit beginnender Demenz geeignet ist.


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Claudia Herber nimmt die Leser mit auf eine Zeitreise – zurück in die Kindheit und Jugend der 60er- und 70er-Jahre und das Hunsrücker Landleben: Sie berichtet von Brennnessel-Spinat, Mai-Bowle und dem obligatorischen Frühjahrsputz, über herbstliche Geschichten mit dicken Bohnen und Juckpulver, über das Rollschuhlaufen in den Sommerferien und die Schnellballschlachten im Winter.

Jeder der das Dorfleben kennt, wird durch die Lektüre dieses Buches die ein oder andere verschüttete Erinnerung an Kindheit oder Jugend zurückholen können. Das macht die Geschichten aber gerade für Menschen mit einer beginnenden Altersdemenz so fruchtbar.

Claudia Herber berichtete Hunsrück News von der schönsten Rückmeldung, die sie in diesem Zusammenhang je bekommen hat: Nach einer Lesung in einem Altenheim in Bergisch Gladbach, bei der sie auch eine Geschichte über das Kochen von Marmelade vortrug, sei eine ältere Dame auf sie zugekommen und habe gesagt: „So haben wir das damals auch gemacht! Wann kommen sie denn wieder?“


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Die Erkrankung ihrer Patentante regte sie dazu an, Literatur zu verfassen, die auch für Menschen mit Demenz zugänglich ist. Diese ermögliche es auch den Menschen aus dem Umfeld der Erkrankten, der älteren Generation nochmal näher zu sein, meint Herber.

Herber sagt: „Meine Literatur soll den Alltag des Dorflebens und die Erinnerungen aus der Kindheit den Lesern nahebringen und sie für die Schönheit des einfachen Dorflebens sensibilisieren.“ Die Verbundenheit mit der Heimatkultur spiegelt sich in Herbers Texten wider, obwohl sie Irmenach nicht direkt als ihr Zuhause ansieht.

Die mittlerweile in Frankreich auf dem Land lebende Autorin beschreibt Heimat als den „Ort, an dem man sich wohlfühlt und von Natur und positiven Menschen umgeben ist“. Dennoch ziert ihr Buch „Samstag war Badetag“ ein Foto, dass im Museum in Irmenach fotografiert wurde.

Claudia Herber entwickelte schon im Kindesalter eine Leidenschaft für Literatur, ihre Karriere als Autorin begann aber erst, als sie das Angebot bekam, in Australien eine Reportage zu schreiben. Als dieser Text dann fertig war, teilte man ihr mit, dass dieser „zu groß für eine Reportage, aber vielleicht groß genug für ein Buch“ sei.

Das Buch „Beim (Ein)topf bleibt es nicht“ ist im Frieling Verlag in Berlin erschienen, hat 132 Seiten und ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich.

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