Anzeige
NEWSPlus_artikel
Nach Felssturz bei Kestert

Güterzüge rattern jetzt alle auf der linken Rheinseite

Erdrutsch Bahn Kestert
Foto: Dirk Eikhorst Bahnmitarbeiter inspizieren die Unglücksstelle an rechtsrheinischen Bahntrasse

Etwa 400 Züge donnern im Schnitt jeden Tag durch das Mittelrheintal. Tag und Nacht. Auf beiden Seiten des Rheins. Mitten durch die Orte wie Boppard, St. Goar und Oberwesel. Die Bahnstrecke auf der rechten Rheinseite ist die vom Güterverkehr meist befahrene in ganz Europa.

Der gewaltige Felssturz bei Kestert hat massive Auswirkungen auf die gegenüberliegende Rheinseite!


Anzeige

Viele tausend Tonnen Geröll und Schiefergestein haben die Bahnschienen verschüttet, nachrutschendes Gestein gefährdet die B42. Straße und Schiene sind gesperrt. Der Güterverkehr wurde auf die andere Rheinseite verlagert.

Am Tag des Felssturzes war zu beobachten, wie Mitarbeiter der Bahn und ein Geologe den Unglücksort in Augenschein nahmen – von Höhe der Bahnschienen aus, mit einer Drohne aber auch von dem noch stehenden Felsgrat aus.

Erdrutsch bei Kestert
Foto: Privat Erdrutsch bei Kestert

Erste Schätzungen gingen davon aus, dass sich bei dem Felssturz zwischen 10 000 und 25 000 Tonnen Gestein gelöst haben könnten. Und der Hang rutscht weiter: „Sicher ist, dass der Berg in 24 Stunden nicht mehr so aussehen wird wie jetzt“, hieß es vor Ort.

Es knirscht und kracht andauernd am Berg. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko: „Wenn sich die Steine beim Abrutschen aufstellen, dann kommen sie wie ein Mühlrad nach unten.“ Sind sie groß genug, zermalmen sie alles, was ihnen im Weg steht. Lebensgefahr!

„Eine verlässliche Prognose zur Dauer der Störung ist noch nicht möglich“, hieß es von der Deutschen Bahn. Es sei das Ziel, die Strecke schnellstmöglich wieder zur Verfügung zu stellen.

Noch ist aber nicht klar, wie die Masse an Geröll abtransportiert werden soll. Wahrscheinlich ist, dass Höhenkletterer die Steine von oben gen Tal schieben werden – per Hand. Dann muss das stehengebliebene Massiv untersucht und gegebenenfalls gesichert werden.

Bis dahin bleibt die Bahnstrecke zwischen Loreley und Kamp-Bornhofen in beide Richtungen gesperrt. „Der Nahverkehr wendet vor und nach dem betroffenen Streckenabschnitt. Reisende, die im Nahverkehr unterwegs sind, können sich bei dem Verkehrsunternehmen VIAS über den Ersatzverkehr informieren“, erklärte die Bahn.

Und: Der Güterverkehr, der die Strecke zur meistbefahrenen dieser Art in Europa macht, ist auf die linksrheinische Seite verlegt worden. Das Rattern, Quietschen und Dröhnen, unter dem viele Bewohner der Städte entlang des Rheins schon jetzt leiden, wird in den nächsten Wochen also noch zunehmen.

Mehr zum Thema
  • Hunsrück News - Plus Artikel Erdrutsch bei Kestert: Schiene und Straße gesperrt
    Hunsrück News - Plus Artikel Rechte Rheinseite gegenüber Hirzenach

    Erdrutsch bei Kestert: Schiene und Straße gesperrt

Auch interessant
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"