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Deutliche Absage an das Innenministerium

Feuerwehren im Kreis nicht bei „Testen für alle“ dabei

Testzentrum Corona
Foto: twenty20photos Die geplanten Testzentren sollen ohne die Hilfe der Feuerwehren betrieben werden

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht Hoffnung: „Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests untrennbar verbunden“, sagte sie der FAZ. Noch im März solle „Testen für alle“ starten. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte dies ursprünglich für den 1. März angekündigt.

Kostenlose Schnelltests sollen zur Eindämmung der Pandemie flächendeckend zum Einsatz kommen – in Testzentren, die in den Verbandsgemeinden und Städten eingerichtet werden. Das Innenministerium wollte die örtlichen Feuerwehren mit dem Betrieb der Zentren betrauen – doch die haben jetzt abgewunken.


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Die Freiwilligen Feuerwehren im Rhein-Hunsrück-Kreis werden für das Projekt „Testen für alle“ nicht zur Verfügung stehen. Das haben die Bürgermeister der Verbandsgemeinden und der Stadt Boppard abgesprochen und an Innenminister Roger Lewentz gemeldet.

Bürgermeister Michael Boos erklärte im Rat der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen, es habe eine Telefonkonferenz aller Bürgermeister mit Landrat Marlon Bröhr gegeben. Es herrschte Einigkeit: „Das ist nicht die Aufgabe der Feuerwehren“, sagte Boos.

Frank Hachemer, der Präsident Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz, erklärte gegenüber Hunsrück News, dass er die Aufregung verstehen könne. Er habe das Schreiben des Innenministeriums an die Feuerwehren zwar mit unterzeichnet, aber „das Wort freiwillig kommt darin nicht vor.“

„Das ist nach hinten losgegangen.“ Denn: Die Freiwilligkeit sei genau das gewesen, was der Feuerwehrverband von Anfang an gefordert habe – und die sei seitens des Innenministeriums neben der Impfung, der Ausbildung und dem Versicherungsschutz für die Feuerwehrleute zugesichert worden.

Boos befürchtet, dass „Testen für alle“ auch die Dienstbereitschaft der Feuerwehren beeinflussen könnte. „Jeder Feuerwehrmann, der dort tätig wird, fällt für Einsätze aus“, sagte Boos. Hachemer betonte allerdings, dass es von Anfang an, nur um einen kleinen Teil der Einsatzkräfte gegangen sei.

Boos versicherte aber, dass die Feuerwehren unterstützen würden, wenn es um die Rahmenbedingungen der Testzentren gehe, etwa den Aufbau eines Zeltes. Für die Durchführung der Tests sieht der Verbandsbürgermeister eher das Rote Kreuz in der Pflicht. Aber natürlich könne sich jeder privat und freiwillig zu dem Einsatz melden.

Dem Vorstoß von Jens Spahn nahm die Kanzlerin etwas den Wind aus den Segeln. Das genaue Vorgehen soll bei der nächsten Konferenz mit den Ministerpräsidenten am 3. März besprochen werden.

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