B-AufmacherNEWS
Neuer Alarm- und Einsatzplan

Feuerwehr bei Waldbränden jetzt „effektiver und schneller“

Neuer Alarm- und Einsatzplan für Wald- und Flächenbrände
Foto: Sebastian Schmitt Wenn Wälder und Wiesen in Brand geraten, handelt die Feuerwehr jetzt nach einem neuen Einsatzplan

Für die Zukunft gerüstet: Pro Jahr müssen die Feuerwehren im Rhein-Hunsrück-Kreis zu rund 50 Wald- und Flächenbränden ausrücken – und der Klimawandel wird die Zahl kontinuierlich erhöhen. Stefan Bohnenberger, Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur des Kreises, hat reagiert und einen neuen Alarm- und Einsatzplan aufstellen lassen, um „schneller, gründlicher und effektiver“ gegen Waldbrände vorgehen zu können.

„Fünf Minuten konzentriertes Lesen im Einsatzplan sind mehr wert, als 30 Minuten unstrukturierte Arbeit“, sagte Bohnenberger bei der Vorstellung des neuen Plans. Er hatte Nachholbedarf für den Landkreis erkannt und gibt freimütig zu, dass zurückliegende Einsätze wie etwa der in Biebern, als im Sommer 2020 rund ein Hektar Wald in Brand geraten war, anders verlaufen wären.

Waldbrände haben – sofern diese feststellbar ist – in der überwiegenden Mehrheit der Fälle eine menschliche Ursache. Fahrlässiges Handeln von Waldbesuchern, Campern und Kindern gehören ebenso dazu wie etwa Forstarbeiten oder die Landwirtschaft. „Wenn bei der Ernte die Maschinen heiß laufen, dann können die Flächen leicht in Brand geraten“, erklärte Stefan Bohnenberger.

Problem Klimawandel: Durch die erhöhten Temperaturen und die rückläufigen Niederschläge über das ganze Jahr hinweg wird die Feuersaison länger, können die Wälder und Wiesen schneller in Brand geraten und sich die Brände leichter ausbreiten. Das Umweltbundesamt sagt deshalb für die kommenden Jahrzehnte auch ein steigendes Waldbrandrisiko voraus.

43 Seiten umfasst der neue Alarm- und Einsatzplan Wald, mit dem die rund 2350 Feuerwehrleute im Kreis in Zukunft arbeiten werden. Der Plan ist im Grunde eine Checkliste, die der Einsatzleiter abzuarbeiten hat. Je nach Schwere des Brandes gibt es weitergehende, aufeinander aufbauende Maßnahmen, die sich der Einsatzleiter „dann nicht mehr aus den Rippen ziehen muss“, wie Bohnenberger sagt.

Neuer Alarm- und Einsatzplan für Wald- und Flächenbrände
Foto: Sebastian Schmitt Je nach Schwere des Brandes können die Einsatzleiter aus verschiedenen Optionen wählen

So sieht der Plan vor, dass bei einem Waldbrand der Alarmstufe vier – diese wurde in den vergangenen Jahren zum Glück nicht erreicht – auch Einheiten aus den Nachbarkreisen alarmiert werden können oder ein Polizeihubschrauber zur Unterstützung der Löscharbeiten aus der Luft. Neben zwingend erforderlichen Maßnahmen wird dem jeweiligen Einsatzleiter auch eine Fülle von Optionen an die Hand gegeben.

Rückgrat des Einsatzplans bildet auch eine neue Karte, die für den Einsatzplan erarbeitet wurde. Auf ihr sind alle Wasserentnahmestellen außerhalb des Hydrantennetzes verzeichnet, auf die die Feuerwehr im Notfall zurückgreifen kann. Das können Löschwasserbehälter, Teiche, Seen oder alte Güllelöcher sein. „So müssen wir vor Ort nicht rumrennen und überlegen, wo wir denn jetzt das Löschwasser herbekommen“, erklärt der Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur.

DWD KARTEN
Deutscher Wetterdienst Die beiden Karten des Deutschen Wetterdienstes zeigen die Waldbrandgefahr (r.) und den Graslandfeuerindex für Sonntag
Aktuelle News

Auch interessant
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"