POLITIK
Kirchbergs Bürgermeister Wöllstein

Entscheidung zur katholischen Kita soll am 2. September fallen

Kita Kirchberg in der Stadthalle
Foto: Dirk Eikhorst Die katholische Kita Kirchberg ist seit knapp zwei Jahren in der Stadthalle untergebracht

Seit fast zwei Jahren werden die Kinder der katholischen Kita Kirchberg im eigentlich für wenige Monate gedachten Provisorium Stadthalle betreut – und seitdem wächst der Frust bei Eltern und Erziehern. Es fehle jemand, der die Verantwortung übernimmt, der sage so gehe es nicht weiter, berichteten sie.

Kirchbergs Bürgermeister Werner Wöllstein hat jetzt den weiteren Weg zu einer Entscheidung über Sanierung oder Neubau skizziert und angekündigt, dass es bereits am 2. September im Stadtrat eine entsprechende Abstimmung geben soll. „Dann wird die Maschinerie anlaufen“, sagte er gegenüber Hunsrück News.

Sanierung oder Neubau? Vor dieser Frage stehen jetzt die Entscheidungsträger: „Wir haben ein Wirtschaftlichkeitsgutachten in Auftrag gegeben, das liegt jetzt in der Verwaltung vor und wird geprüft“, erklärte Wöllstein. Dann würden die Gremien anfangen zu tagen.

„Es sind 14 Ortsgemeinden beteiligt und die Stadt Kirchberg, die küssen alle ihr Okay geben, die bezahlen ja alle mit“, sagte er. Die Bürgermeister sollen bei einer Sitzung des Kindergartenausschusses Kappel-Kirchberg informiert werden, dann mit ihren Gremien beraten, ob sie dem Ergebnis des Wirtschaftlichkeitsgutachtens zustimmen können. „Für die Ortsgemeinden und die Stadt ist das eine riesige Nummer, wir reden hier von Millionen Euro.“

Wöllstein stellte aber fest: „Gebaut wird auf jeden Fall, die Frage ist nur, ob es einen Neubau oder eine Sanierung mit Neubau geben wird. Die Stadt Kirchberg hat das größere Gewicht, weil wir fast 60 Prozent der Kosten tragen werden, aber es ist immer eine gemeinsame Entscheidung aller Ortsgemeinden.“

Die Geschichte bis zu dieser Entscheidung ist auch eine von explodierenden Kosten: Der erste Technikplaner habe rund 360 000 Euro für die Sanierung des Gebäudes veranschlagt, berichtete der Bürgermeister. Nach dessen Absprung kamen bei einer neuen Planung die Decken hinzu, die den Brandschutzvorschriften nicht mehr genügten, und eine Überprüfung der Statik. Ergebnis: Die Kosten schnellten auf 930 000 Euro hoch. Dann musste noch ein barrierefreier Zugang geplant werden. Jetzt steht man bei Sanierungskosten von 1,4 Millionen Euro.

Da der Kita-Ausschuss gesagt habe, dass man nicht so viel Geld in eine Immobilie stecken würde, die einem danach gar nicht gehöre, folgten Anfang des Jahres Gespräche mit dem Bistum Trier, dem die Kita-Villa in der Straße „Auf der Schied“ gehört. Ein Wertgutachten durch die Kirche hat dann die Grundlage für einen Kaufpreis ermittelt, sollte es zu der Entscheidung für eine Sanierung kommen.

Kita Kirchberg in der Stadthalle
Foto: Dirk Eikhorst Das ehemalige Kita-Gebäude hat hohen Sanierungsbedarf

Wöllstein: „Ich habe auch keine Lust mehr auf dieses Hin und Her. Die Stadt Kirchberg ist dafür verantwortlich, dass genügend Kindergartenplätze vorgehalten werden, aber die Kirche und der Träger, die halten sich bedeckt, sagen, dass müsse alles die Stadt machen. Dem ist nicht so.“

„Als Betriebsträger der Kita St. Michael befinden wir uns im ständigen Austausch mit den Entscheidungsträgern, in dem Wunsch, dass die Auslagerung bald möglichst beendet werden kann. Dazu wünschen wir uns schnelle Entscheidungen der zuständigen Gremien, von denen wir abhängig sind, um für alle Beteiligten eine Perspektive zu erhalten“, erklärte Eva Schlaf, die Pressesprecherin der Katholische KiTa gGmbH.

Sollte im Fall einer Sanierung das Eigentum an der Villa auf die Stadt übergehen, soll die Trägerschaft für die Kita aber weiter bei der Kirche liegen: „Es gab dazu eine mehrheitliche Entscheidung, weil wir eine gewisse Vielfalt in der Kindergartenlandschaft haben wollen. Aber das war schon umstritten“, berichtete Werner Wöllstein.

Der Bürgermeister erklärte, dass er vollstes Verständnis für die Eltern und Erzieher habe, aber dass in der Stadthalle keine Bilder hätten aufgehängt werden dürfen oder Spielgeräte aufgestellt, das sei Unsinn. „Ich habe alles unterstützt, was von uns gefordert wurde. Als Stadt haben wir uns nichts vorzuwerfen.“

Aber er weiß auch, dass der Frust nach zwei Jahren in dem eigentlichen Provisorium gewaltig ist: „Ich kann es verstehen, denn die Leute sehen von außen, es passiert da nichts, aber die Wege dahinter sind oft mühselig und lang. Mich beschäftigt das jeden Tag.“ Am 2. September soll der Weg für einen Umzug in ein neues oder saniertes Domizil dann geebnet werden.

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